Die Pilzsaison ist in vollem Gange, und viele Menschen im Rems-Murr-Kreis zieht es in die Wälder, um das vielfältige Angebot an essbaren Pilzen zu entdecken. Beate Siegel, eine erfahrene Pilzsachverständige und Naturparkführerin aus Auenwald, erläutert in einem Gespräch, worauf Sammler achten müssen, um sicher und verantwortungsvoll zu sammeln.

Die wichtigste Regel beim Pilzesammeln lautet: Nur Pilze verzehren, die man eindeutig kennt. Anfänger sollten besonders vorsichtig sein und Lamellenpilze meiden, da sich darunter gefährliche Arten wie der Grüne Knollenblätterpilz befinden können. Röhrlinge sind für Einsteiger in der Regel sicherer, da sie höchstens Magen-Darm-Beschwerden verursachen können.

Gesetze und Sicherheit beim Sammeln

In Baden-Württemberg dürfen pro Person und Tag nur 1 Kilogramm Pilze gesammelt werden. Einige Arten sind sogar vollständig geschützt, darunter der Steinpilz, von dem nur in geringen Mengen für den Eigenverbrauch genommen werden darf. Wer beim Sammeln über die Stränge schlägt, kann mit Bußgeldern bis zu 20.000 Euro bestraft werden. Ein Fall aus Baden-Württemberg zeigt, dass zwei Männer 1.700 Euro zahlen mussten, weil sie zu viele Steinpilze gesammelt hatten fr.de.

Beate Siegel betont, dass bei der Pilzernte auf das Ökosystem Rücksicht genommen werden sollte. Alte oder kleine Pilze sollten stehen gelassen werden, und es ist ratsam, Pilze im Wald zu reinigen, um die Arbeit zu Hause zu erleichtern. Luftige, feste Behälter wie Weidenkörbe sind ideal zum Sammeln, da sie stabil und durchlässig sind. Plastiktüten hingegen sollten vermieden werden, um die Frische der Pilze zu gewährleisten.

Richtlinien für die Zubereitung

Vor dem Verzehr sollten Pilze ausreichend gegart werden, da viele Arten roh giftig sind. Das Kochen oder Braten für mindestens 15 Minuten ist erforderlich, um gefährliche Keime und Gifte abzutöten. Zudem empfiehlt es sich, Pilze am selben Tag zuzubereiten, da sie schnell verderben. Überlagerte oder beschädigte Pilze können gesundheitliche Probleme verursachen.

Für Anfänger ist eine gute Pilzliteratur unverzichtbar; diese sollte nicht nur Bilder, sondern auch ausführliche Texte enthalten. Bei Unsicherheiten ist es immer besser, mit mehreren Exemplaren und der Stielbasis einen Pilzsachverständigen um Rat zu fragen. Um sicherzugehen, dass man nur essbare Pilze mitnimmt, können unbebaute Pilze vorsichtig mit der kompletten Stielbasis aus dem Boden geholt werden pilze-bayern.de.

Am 11. und 12. Oktober findet in Großerlach-Grab eine große Pilzausstellung statt, bei der Besucher bis zu 300 Arten sehen und fachkundige Beratung erhalten können. Der Eintritt kostet 5 Euro, Kinder bis 12 Jahre haben freien Zugang. Zudem gibt es im Naturparkzentrum Murrhardt an bestimmten Sonntagen im Oktober Pilzberatungen, bei denen die Kosten 3 Euro betragen esslinger-zeitung.de.

Die Pilzsuche kann bedrohlich wirken, jedoch wird sie zunehmend zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung. Wenn Wissen, Respekt für die Natur und Achtsamkeit beachtet werden, wird aus dem Pilzesammeln ein sicheres und bereicherndes Hobby.