Rainer Bierig, der über 32 Jahre hinweg als Geschäftsführer des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg (VGL-BW) tätig war, wurde am Dienstag in Fellbach feierlich verabschiedet. Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) würdigte bei diesem Anlass Bierigs markante modische Schuhe, die zum Markenzeichen des scheidenden Leiters geworden sind. Unter seiner Führung wuchs die Zahl der Mitgliedsbetriebe von 466 auf über 800, was seine Verdienste um die Branche unterstreicht. Bierig setzte sich pragmatisch für den Klimaschutz in Städten und Gemeinden ein und war zudem in verschiedenen Organisationen wie der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg und der Landesvereinigung Bauwirtschaft aktiv.
Hauk verlieh Bierig die Staatsmedaille in Silber als Anerkennung für sein Engagement in der grünen Branche. Martin Joos, Verbandsvorstand, beschrieb Bierig als „großen Gewinn für unsere Branche“ und als prägende Persönlichkeit des Verbands. Besonders hervorzuheben ist Bierigs Einsatz bei der Schaffung von Ausbildungsstätten in Heidelberg und Kirchheim, die maßgeblich für die Ausbildung junger Fachkräfte in der Branche sind.
Nachfolge und Ausblick
Sein Nachfolger Marco Riley wird am 1. Januar 2026 die Geschäftsführung übernehmen. Riley bringt vielseitige Erfahrungen mit, da er gelernter Landschaftsgärtner ist und sowohl Landschaftsarchitektur studiert als auch einen Master in Management im Landschaftsbau erlangt hat. Seit 2015 arbeitet er als Referent im Verband und leitet seit 2021 die Deutsche Lehranstalt für Agrartechnik (DEULA) in Kirchheim/Teck. Er plant, sich insbesondere auf Themen wie Unternehmensnachfolge, grün-blaue Infrastruktur, Fachkräftegewinnung und Weiterbildung zu konzentrieren.
Der Gesamtumsatz der Branche in Baden-Württemberg belief sich im Jahr 2023 auf beeindruckende 1,93 Milliarden Euro, wobei die Branche 15.500 gewerbliche Arbeitsplätze in der Region stellt. Dies zeigt die Bedeutung des Garten- und Landschaftsbaus nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die wirtschaftliche Stabilität in Baden-Württemberg.
Umwelt und Stadtentwicklung
In einem erweiterten Kontext zeigt eine Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), wie wichtig Grünanlagen für die Stadtentwicklung und das Wohlbefinden der Bürger sind. Grünflächen schützen vor Wetterextremen und bieten Erholungsräume. Zudem können sie die Luftqualität verbessern und den Umgang mit Regenwasser optimieren. Das Projekt FutureBioCity untersucht, wie Menschen öffentliche Grünanlagen wählen und vermittelt die Erkenntnis, dass ein vielfältiger Baumbestand das Wohlbefinden erhöht. Eine Erhöhung der Baumanzahl um mindestens 30 Prozent könnte laut den Forschern die Zahl extremer Hitzestunden um fast 64 Prozent und den jährlichen Wasserabfluss um 58 Prozent reduzieren.
Diese Erkenntnisse verdeutlichen, wie eng der Garten- und Landschaftsbau mit den Herausforderungen des Klimawandels und der Urbanisierung verknüpft ist. Innovative Ansätze und ein starkes Engagement im Bereich des Klimaschutzes sind unabdingbar, um die Lebensqualität in unseren Städten nachhaltig zu sichern.