Am 8. November 2025 wird im Rems-Murr-Kreis in Berglen eine Aktion zur Unkenntlichmachung eines faschistischen Denkmals veranstaltet. Diese Aktion steht im Zeichen des Jahrestags der Novemberpogrome, die in Deutschland und Österreich am 9. und 10. November 1938 stattfanden. Der Gedenkstein, der in Berglen ehrt zwei junge Faschisten, die während des Zweiten Weltkriegs im Volkssturm starben. Mit einem eisernen Kreuz als Zeichen gefallener Soldaten wird deren Verherrlichung kritisiert. Die Aktivisten fordern die Zerstörung solcher kriegsverherrlichender Gedenkstätten und setzen ein Zeichen gegen den wachsenden Antisemitismus in der Gesellschaft, wie Indymedia berichtet.

Im Kontext dieser Aktion wurden nicht nur die spezifischen historischen Ereignisse der Pogrome thematisiert, sondern auch aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. Dazu gehört die Diskussion über die mögliche Rekrutierung junger Arbeiter durch faschistische Gruppen und die angeregte Wiedereinführung der Wehrpflicht. Diese Debatten verweisen auf eine weiterhin bestehende Gefahr, dass sich Geschichtsvergessenheit gefestigt hat und die Erinnerungsarbeit an die Schrecken des Nationalsozialismus nicht ernsthaft genug wahrgenommen wird.

Erinnerung an die Novemberpogrome

Die Novemberpogrome 1938 waren eine brutale Welle von Gewalt gegen jüdische Bürger, die vom nationalsozialistischen Regime organisiert wurde. In dieser Nacht wurden zahlreiche jüdische Geschäfte und Synagogen verwüstet. So wurde beispielsweise die Synagoge in der Gartenstraße in Bremen in Brand gesetzt. Fünf jüdische Bürger, darunter Leopold Sinasohn und das Ehepaar Goldberg, wurden ermordet. Zudem wurden über 160 inhaftierte jüdische Bürger in das KZ Sachsenhausen transportiert, viele von ihnen starben später in Vernichtungslagern, wie Wikipedia berichtet. Die Verfolgung der Täter erfolgte erst nach 1945, und selbst diese war von mäßigen Haftstrafen geprägt.

Um an diese schrecklichen Ereignisse zu erinnern, wurde am 24. Februar 1982 in Bremen ein Mahnmal für die Opfer der Novemberpogrome eingeweiht. Das Kunstwerk von Hans D. Voss besteht aus schwarz gestrichenen Betonkuben und trägt die Namen der ermordeten jüdischen Bürger. Diese Initiative wurde durch den Verein Gedenkstätte Reichskristallnacht e. V. ins Leben gerufen, der auch Spendensammlungen organisierte.

Wachsende Besorgnis über Antisemitismus

Anlässlich des bevorstehenden Jahrestags der Pogrome am 9. November 2025 äußern Holocaust-Überlebende, darunter Eva Umlauf, Präsidentin des Internationalen Auschwitz-Komitees, ihre Besorgnis über den zunehmenden Antisemitismus. Auch Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident des Komitees, bezeichnet den 9. November als Tag des Gedenkens und der Demokratie. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, warnt vor der Verflachung der Erinnerung an die Pogromnacht und kritisiert propalästinensische Demonstrationen, die Antisemitismus fördern. Diese Jüdischen Perspektiven sind besonders alarmierend und weisen darauf hin, dass Antisemitismus kein Schatten der Vergangenheit ist, wie Tagesschau feststellt.

Die anhaltenden historischen und gegenwärtigen Herausforderungen verdeutlichen die Notwendigkeit, entschlossen gegen Antisemitismus und jede Form von Diskriminierung vorzugehen. Der Jahrestag der Novemberpogrome sollte nicht nur als Erinnerung an die Schrecken der Vergangenheit gelten, sondern auch als Anstoß für eine engagierte Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Problemen.