Die Automobilindustrie in Deutschland steht vor großen Herausforderungen und ZF Lifetec, die neue Marke des ausgegliederten ZF-Unternehmensbereichs für passive Sicherheitssysteme, ist davon nicht ausgenommen. Mit der Herstellung von Airbags und anderen sicherheitsrelevanten Produkten will das Unternehmen auf die steigenden Anforderungen an die Fahrzeugsicherheit reagieren. In diesem Zusammenhang hat das Land Baden-Württemberg eine Förderung in Höhe von 4.985.196 Euro für den möglichen Bau einer neuen Schlittenanlage am Standort Alfdorf bewilligt. Diese Schlittenanlage soll für Tests passiver Sicherheitstechnologien eingesetzt werden, um die Sicherheitsstandards weiter zu verbessern. Ein konkreter Förderbescheid steht jedoch noch aus, und der Abruf der Mittel ist an diesen Bescheid gebunden (Schwäbische Post).
Die Entscheidung, in Alfdorf zu investieren, kommt nicht von ungefähr. Angesichts der schwierigen Lage der Automobilbranche, die unter hohem Kostendruck und stagnierender weltweiter Fahrzeugproduktion leidet, plant ZF Lifetec, Sicherheitsprodukte für den globalen Automobilmarkt zu entwickeln. Dennoch wird die Situation am Standort Alfdorf, wo derzeit rund 1.600 Mitarbeiter beschäftigt sind, von Unsicherheit geprägt. Im Jahr 2026 sollen etwa 10% der Stellen abgebaut werden, was rund 160 Arbeitsplätze betrifft. Gespräche mit dem Betriebsrat und der IG Metall laufen bereits, um die „potenziellen Veränderungen“ zu erörtern (Merkur).
Umstrukturierungen und deren Folgen
Die Umstrukturierung bei ZF Friedrichshafen, die zur Gründung von ZF Lifetec führte, ist Teil eines umfassenderen Plans, der bis 2028 den Abbau von bis zu 14.000 Arbeitsplätzen vorsieht. Dabei sind insbesondere die zentrale Antriebseinheit und die passive Sicherheitstechnik betroffen. Das Unternehmen hat bereits einen Umsatz von 4,9 Milliarden Euro im Jahr 2024 erzielt und gehört zu den 100 größten Autozulieferern weltweit. Dennoch bleibt ZF Lifetec stark von der Automobilindustrie abhängig und spürt die Auswirkungen der aktuellen Krise besonders stark.
Die Herausforderungen, vor denen die Branche steht, sind nicht zu unterschätzen. Laut einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes ist die Beschäftigtenzahl im verarbeitenden Gewerbe im Vergleich zum Vorjahr um 120.300 gesunken, was einem Rückgang von 2,2% entspricht. Besonders die Automobilindustrie ist betroffen, mit einem Rückgang von 48.700 Beschäftigten oder 6,3%. Die Zahl der Beschäftigten in der Automobilindustrie ist auf den tiefsten Stand seit Ende des zweiten Quartals 2011 gesunken (Destatis).
Ein Ausblick auf die Zukunft
Die Situation in der Automobilbranche, insbesondere bei ZF Lifetec, wirft Fragen auf, wie sich das Unternehmen in Zukunft aufstellen wird. Der Firmensitz in Aschau am Inn (Bayern) und die Pläne, möglicherweise einen Investoreneinstieg oder einen Börsengang zu prüfen, sollen dazu beitragen, die Unabhängigkeit von ZF Friedrichshafen zu erhöhen. Es bleibt abzuwarten, wie ZF Lifetec auf die Herausforderungen reagieren wird und welche Maßnahmen ergriffen werden, um die Arbeitsplätze in Alfdorf zu sichern.