Die Hundsberger Sägmühle, eine von insgesamt 16 Mühlen im malerischen Schwäbischen Wald, hat aktuell eine umfassende Sanierung ihres Mühlrades erfahren. Dieses Ehrenamtprojekt vereint alte Handwerkskunst mit moderner Holzbautechnik und verspricht, die historische Stätte wieder zum Leben zu erwecken. Ein Filmteam des SWR begleitete die gesamte Aktion, die Teil der Dokumentationsreihe „Handwerkskunst“ ist. Die Doku fängt sowohl die Demontage des alten Mühlrads als auch den Neubau und die Montage des neuen Rads ein. Laut [zvw.de](https://www.zvw.de/mehr-nachrichten/ostalbkreis/wie-man-ein-muehlrad-baut-muehlrad-neubau-der-hundsberger-sae gmuehle-in-swr-doku_arid-1051520) ist die Mühle ein wichtiger Teil der regionalen Geschichte.
Das aktuelle Mühlrad, über fünf Meter hoch, war seit Jahren nicht mehr funktionsfähig. Die ursprüngliche Konstruktion hatte sich verzogen, die Nabe war abgesenkt und die Wasserschaufeln waren verrottet. Diese Anzeichen von Verfall belegen, dass die letzte vollständige Sanierung bereits vor 20 Jahren unter der Leitung von Eberhard Bohn erfolgte. Projektleiter Heinz Stettner betont die Einzigartigkeit dieses Projektes in der Region, welches die Verbindung von traditionellem Handwerk mit innovativen Konstruktionsmethoden herstellt. Die Planung für die Sanierung begann etwa vor vier Jahren, wobei moderne digitale Techniken zum Einsatz kamen, um das alte Mühlrad in ein 3D-Modell zu übertragen, was einen digitalen Zwilling schuf. Die neue Methode benötigt lediglich rund 200 Arbeitsstunden, im Gegensatz zu den 600 bis 700 Stunden, die eine rein handwerkliche Sanierung in Anspruch genommen hätte, wie gmuender-tagespost.de berichtet.
Kosten und Finanzierung
Die geschätzten Kosten für die Sanierung belaufen sich auf etwa 6.000 Euro. Diese Summe wird durch verschiedene Quellen aufgebracht, darunter Spenden von Stiftungen und Gemeinden, Sachspenden sowie die Einnahmen von Besuchergruppen während der Mühlentage. Diese Veranstaltungen haben sich als beliebte Möglichkeit etabliert, um das historische Erbe der Mühlen zu pflegen und die Öffentlichkeit für die Bedeutung dieser Bauwerke zu sensibilisieren.
Geschichtlicher Kontext der Hundsberger Sägmühle
Die Hundsberger Sägmühle hat eine faszinierende Geschichte, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Erbaut zwischen 1500 und 1600, wurde sie ursprünglich als Stampfmühle für Getreide genutzt. Im Jahr 1856 wurde das erste Wasserrad durch ein neues ersetzt, jedoch litt die Mühle 1861 unter einem Brand, der sie fast vollständig zerstörte. Bis etwa 1935 wurde die Mühle noch mit Wasserkraft betrieben, doch heutzutage erfolgt der Antrieb elektrisch. Diese Transformation spiegelt den allgemeinen Wandel der Mühlenwelt wider, die seit der Industriellen Revolution und der Einführung motorgetriebener Industriemühlen zunehmend in den Hintergrund gedrängt wurde. Der Prozess des “Mühlensterbens” wird in Deutschland bis heute diskutiert, wobei in den 1960er-Jahren nur noch etwa 6.400 der einst 70.000 Getreidemühlen übrig blieben, wie auf planet-wissen.de festgehalten wird.
In Zeiten wachsender Renaissance des Interesses an historischen Mühlen zeigen Projekte wie die Sanierung der Hundsberger Sägmühle, dass das Erbe lebendig gehalten werden kann und aufregende Möglichkeiten für zukünftige Generationen darüber hinaus bietet.