Die GOA mbH, zuständig für die Abfallwirtschaft im Ostalbkreis, steht derzeit im Mittelpunkt einer intensiven Diskussion über Lohnerhöhungen und die finanzielle Situation des Unternehmens. Im Januar 2024 demonstrierten die Beschäftigten der GOA für eine Lohnerhöhung von 12,5 Prozent, doch Geschäftsführer Siegfried Gstöttner und Landrat Joachim Bläse wiesen diese Forderung als „völlig überhöht“ zurück. Laut ihnen sei die wirtschaftliche Lage nicht so rosig, wie sie scheine, was die Anfrage nach höheren Löhnen betrifft. Trotz des Widerstands konnten sich die Gewerkschaft ver.di und die GOA-Geschäftsleitung am Ende Januar auf eine Erhöhung von 3,5 bis 4,5 Prozent für niedrigere Vergütungsgruppen einigen.

Eine Kreistagssitzung brachte jedoch neue Informationen ans Licht: Die wirtschaftliche Lage der GOA ist besser als angenommen. Im Jahr 2023 erwirtschaftete das Unternehmen einen Gewinn von 2,65 Millionen Euro, hauptsächlich durch eine Umsatzsteigerung aufgrund höherer Mengen an Gewerbeabfall und kommunalen Sammlungen. Allerdings schränken steigende Entsorgungs- und Transportkosten, verursacht durch eine erhöhte Lkw-Maut und CO2-Steuer, die positive Entwicklung ein.

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Tarifverhandlungen und Einigung

In den letzten Wochen haben sich ver.di und die GOA auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt, was die Situation für die Beschäftigten entscheidend verbessert. Diese Einigung kam in der vierten Verhandlungsrunde zustande und sieht eine Erhöhung aller Vergütungsgruppen um 120 Euro monatlich vor, rückwirkend zum 1. Januar. Auch die Ausbildungsvergütung wird um 50 Euro monatlich angehoben. Michael Schaab von ver.di führt aus, dass dieser Abschluss ein Reallohnplus und den Einstieg ins 13. Monatsgehalt bedeutet. Zudem wird die Jahresgratifikation durch eine Jahressonderzahlung ersetzt: 1.500 Euro im Jahr 2025 und 50 Prozent einer Monatsvergütung in 2026.

Die Verhandlungen wurden durch Warnstreiks unterstützt, die vorübergehend zu Verzögerungen bei der Müllabfuhr führten. Siegfried Gstöttner bezeichnet die Einigung als wichtigen Schritt und lobte die Verhandlungspartner. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags beträgt 16 Monate, während der Manteltarifvertrag eine Laufzeit von 24 Monaten hat.

Aktuelle Herausforderungen

Obwohl die finanzielle Situation der GOA vielversprechend aussieht, ist der Start ins Jahr 2025 von rückläufigen Mengenanlieferungen und Tarifverhandlungen geprägt. Landrat Bläse rechnet mit einer Erhöhung der Personalkosten durch die Lohnerhöhung um 2,2 Millionen Euro, was die Müllgebühren um 7,71 Prozent steigen lassen könnte. Bereits Ende September 2023 beschloss der Kreistag eine Erhöhung der Müllgebühren um 9,5 Prozent.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die GOA mbH sowohl vor finanziellen Herausforderungen als auch vor positiven Entwicklungen steht. Die Vereinbarungen zwischen der Geschäftsleitung und der Gewerkschaft könnten einen Wendepunkt für die Beschäftigten darstellen, während gleichzeitig die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sorgfältig beobachtet werden müssen.