Im Ostalbkreis wurde im Februar 2026 der erste Fall von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) registriert. Diese Virusinfektion, die durch Zecken übertragen wird, gilt in der Region als ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko. Mildere Temperaturen in den letzten Jahren haben die Aktivität der Zecken verlängert und somit die Wahrscheinlichkeit einer FSME-Infektion erhöht. Obwohl weniger als 5% der Zecken das FSME-Virus tragen, sollte die Gefahr nicht unterschätzt werden, da die Krankheit schwerwiegende Symptome und Folgen mit sich bringen kann.
Die Symptome einer FSME-Infektion sind zu Beginn oft unspezifisch und äußern sich typischerweise als Fieber sowie Kopf- oder Gliederschmerzen. Atemwegssymptome treten in der Regel nicht auf. In schweren Verläufen kann es zu Meningitis oder Enzephalitis kommen, die langfristige neurologische Ausfälle oder sogar dauerhafte Behinderungen nach sich ziehen können. Eine ursächliche Behandlung gegen das Virus existiert nicht, weshalb eine symptomatische Therapie erforderlich ist.
Die Bedeutung der FSME-Impfung
Um sich vor FSME zu schützen, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfung. Diese besteht aus einer Grundimmunisierung mit drei Dosen und sollte alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden. Besonders empfohlen wird die Impfung für Personen ab dem ersten Lebensjahr, wobei ein niedrig dosierter Impfstoff für Kinder zur Verfügung steht. Es ist wichtig zu beachten, dass das Risiko eines schweren Verlaufs mit steigendem Alter zunimmt; daher wird eine Auffrischung alle drei Jahre für Personen über 50 Jahre empfohlen.
Bei einer Auswertung von 1001 FSME-Erkrankungen in Baden-Württemberg zeigte sich, dass die schweren Krankheitsverläufe bei Kindern ca. 25% ausmachten, während sie bei Erwachsenen bei 50% lagen. Dies deutet darauf hin, dass Kinder im Allgemeinen leichtere Verläufe haben, jedoch sind sie aufgrund ihrer häufigen Aktivitäten im Freien besonders gefährdet, von Zecken gestochen zu werden.
Aktuelle Fallzahlen und Risikogebiete
Im Ostalbkreis wurden in den Jahren 2024 und 2025 insgesamt 16 und 7 FSME-Fälle registriert, wobei bis Februar 2026 der erste Fall dieses Jahres zu verzeichnen ist. Im benachbarten Landkreis Heidenheim wurden in den letzten Jahren ebenfalls FSME-Fälle gemeldet. Insgesamt wurden 2025 in Deutschland 693 FSME-Erkrankungen registriert, die dritthöchste Zahl seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001. Die Krankheit bleibt ein relevantes Gesundheitsrisiko, insbesondere während der Zeckensaison von Frühjahr bis Herbst.
Die STIKO empfiehlt die FSME-Impfung insbesondere für Personen in Risikogebieten oder bei regelmäßiger Zeckenexposition. Es ist bemerkenswert, dass 98 Prozent der im Jahr 2025 gemeldeten FSME-Erkrankten nicht oder nicht ausreichend geimpft waren. Dies verdeutlicht die Dringlichkeit, über die Impfung aufzuklären und die Impfquoten zu erhöhen, um zukünftige Erkrankungen zu vermeiden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass FSME eine ernstzunehmende Erkrankung ist, die durch einfache Präventionsmaßnahmen, wie die Impfung, wesentlich vermieden werden kann. Daher ist es wichtig, sich über das Risiko und die Schutzmöglichkeiten zu informieren und im Falle von grippeähnlichen Symptomen oder neurologischen Beschwerden nach einem Zeckenstich umgehend ärztlichen Rat zu suchen. Weitere Informationen und detaillierte Empfehlungen zur FSME-Impfung finden Sie in den Quellen der Gmünder Tagespost, dem Robert Koch-Institut und APOTHEKE ADHOC.