In der kleinen Stadt Welzheim, die an der Schwäbischen Waldbahn liegt, sind die Arbeiten zur Wiederherstellung der Bahnstrecke nach den verheerenden Hochwassern im Juni 2024 in vollem Gange. Die Natur hat hier ein wütendes Schauspiel geboten: Baumstämme liegen kreuz und quer, und Gesteinsbrocken wurden in die Schluchten geschleudert. Die Schäden an der Bahnstrecke zwischen Rudersberg und Welzheim sind nicht nur sichtbar, sondern auch kostspielig. Der Gesamtschaden wird auf rund 3 Millionen Euro geschätzt, wobei die genauen Kosten für einige Schäden derzeit nur Schätzungen sind, wie im Bericht der Zvw zu entnehmen ist.
Um die Hangrutschungen zu sichern, kommen nun spezielle Geräte zum Einsatz. Ein Schreitbagger treibt Stahlanker bis zu 16 Meter tief in den Boden, um die Stabilität des Hangs zu gewährleisten. Insgesamt werden 24 Stahlpfähle installiert, die vier der größten Schäden absichern. Die Bauarbeiten begannen Mitte November 2025, nachdem im Herbst die notwendigen Genehmigungen eingeholt wurden. Diese waren besonders umfangreich, da die Strecke durch Naturschutzgebiete führt und unter Denkmalschutz steht.
Vorbereitung auf die Wiederinbetriebnahme
Die Verantwortlichen der Waldbahn haben sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Am 1. Mai 2026 soll die Museumsbahn wieder in Betrieb gehen. Um dies zu realisieren, müssen die Hangsicherungen bis Ende Februar oder Anfang März abgeschlossen sein, um die Brutzeit der Vögel nicht zu stören. Anschließend folgt der Austausch von Schotter und Schienen sowie die Prüfung der Strecke durch einen Gleismesszug, der für Mitte April reserviert ist.
Die Finanzierung der Reparaturen erfolgt durch verschiedene Quellen: 1,8 Millionen Euro stammen aus dem Tourismusinfrastrukturprogramm, 700.000 Euro aus der Hochwassersoforthilfe und 500.000 Euro von der Stadt Welzheim. Auch ehrenamtliche Helfer des Fördervereins leisten seit 2000 einen wertvollen Beitrag und haben über 200.000 Stunden geleistet, um die Kosten zu senken. Im Durchschnitt nutzen jährlich etwa 20.000 Fahrgäste die Waldbahn.
Langfristige Perspektiven
Die Waldbahn hat nicht nur eine wichtige Funktion für den lokalen Tourismus, sondern auch langfristige Pläne in petto. So sollen zusätzliche Angebote im Schülerverkehr und mögliche Gütertransporte in der Zukunft realisiert werden. Diese Maßnahmen könnten die Wirtschaftlichkeit der Strecke weiter verbessern und die Anbindung der Region stärken.
In Anbetracht der zunehmenden Häufigkeit von extremen Wetterereignissen, wie sie in Welzheim zu beobachten waren, ist es wichtig, sich mit der Hochwasservorsorge und den notwendigen Maßnahmen zur Schadensbegrenzung auseinanderzusetzen. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Webseite des Bundesumweltministeriums.