Am Dienstag, den 3. März, haben Musikliebhaberinnen und Musikliebhaber die Gelegenheit, sich in die faszinierende Welt der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach zu vertiefen. Die Veranstaltung findet von 19 bis 20.30 Uhr im Albrecht-Bengel-Haus in Winnenden statt. Gerhard Paulus, der Kantor und Organist der Schlosskirche Winnenden sowie Leiter der Winnender Kantorei, wird durch die Einführung führen. Diese Veranstaltung richtet sich nicht nur an Fachkundige, sondern auch an Interessierte ohne musiktheoretische Vorkenntnisse.
Die h-Moll-Messe, BWV 232, ist Bachs letztes großes Vokalwerk und eine der bedeutendsten geistlichen Kompositionen der westlichen Musikgeschichte. Sie umfasst das vollständige Ordinarium des lateinischen Messetextes und besteht aus 18 Chorsätzen und 9 Arien. Ursprünglich begann Bach 1733 mit der Komposition einer Missa aus Kyrie und Gloria, die er später um weitere Sätze erweiterte. Diese Messe stellt eine Missa solemnis dar und wurde in verschiedenen Phasen überarbeitet, wobei auch Carl Philipp Emanuel Bach an der Revision beteiligt war.
Einblicke in die h-Moll-Messe
Die Veranstaltung wird durch die Verwendung von Hörbeispielen und Bildmaterial bereichert, um die Entstehungsgeschichte, den Aufbau und die Besonderheiten dieser außergewöhnlichen Komposition zu veranschaulichen. Das Manuskript der h-Moll-Messe, das von 1748/1749 stammt, gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe und ist ein bedeutender Schatz in der Berliner Staatsbibliothek. Die Messe wird als eine Synopse verschiedener Stile und Techniken der europäischen Kunstmusik beschrieben und hat nie an Bedeutung verloren, da Abschriften unter Musikern kursierten.
Die ersten Teile der Messe wurden 1733 geschrieben, während die restlichen Teile in den Jahren vor Bachs Tod 1750 entstanden. Während der Komposition arbeitete Bach an der Partitur, als 1733 eine Landestrauer angeordnet wurde, in der keine Musik aufgeführt werden durfte. Diese Umstände verdeutlichen, wie die Messe in eine Zeit von künstlerischer und gesellschaftlicher Einschränkung entstand.
Veranstaltungsdetails und Anmeldung
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Interessierte auf der Internetseite der Volkshochschule unter www.vhs-winnenden.de. Alternativ kann die Volkshochschule auch telefonisch unter 07195 10700 erreicht werden.
Die h-Moll-Messe wird heute als Teil des Standard-Repertoires professioneller Chöre angesehen. Ihre Aufführung erfordert ein großes Ensemble, darunter fünf Vokalsolisten, einen umfangreichen Chor und ein reich besetztes Orchester. Die Messe unterscheidet sich an zwei Stellen vom traditionellen katholischen Missale Romanum und bietet damit Raum für Interpretationen und Aufführungspraktiken, die immer wieder diskutiert werden.
Insgesamt ist die h-Moll-Messe ein faszinierendes Werk, das über die Grenzen von Raum und Zeit hinweg wirkt. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Aufführungspraxis und die Rezeption dieser Meisterkomposition im Laufe der Zeit weiterentwickeln werden. Wer mehr darüber erfahren möchte, sollte die Gelegenheit zur Teilnahme an dieser besonderen Veranstaltung nicht verpassen.