Ein Unternehmer aus Berglen sieht sich vor dem Amtsgericht Waiblingen mit schweren Betrugsvorwürfen konfrontiert. Der Fall dreht sich um unbezahlte Diesel-Rechnungen, die sich auf fast 34.000 Euro belaufen. Die gelieferten Diesel stammen von einem Mineralölhändler aus dem Ostalbkreis. Obwohl die Baufirma in Berglen die Menge für ihre Lkw-Flotte benötigte, gab es Probleme mit offenen Rechnungen und fehlenden Lieferscheinen. Interessanterweise konnte sich der Unternehmer jedoch erfolgreich gegen die Betrugsvorwürfe verteidigen, wie Zvw berichtet.
Im Kontext des Berglen-Falls zeigt sich ein viel größeres kriminelles Netzwerk, welches systematisch Kraftstofflieferungen manipulierte. Ein ähnliches Unrechtspiel hat sich im Raum Oberfranken zugetragen, wie InFranken detailliert. Hier wurden mit minderwertigem Kraftstoff massive Schäden an Fahrzeugen verursacht, die oft von Versicherungen beglichen wurden. In diesem Zusammenhang kam es zu einem Verdacht auf Steuerbetrug, bei dem steuerfreies Schmieröl aus Osteuropa als Dieselkraftstoff umdeklariert und bundesweit verkauft wurde.
Dimensionen des Betrugs
Der Steuerschaden in diesem großangelegten Betrugsfall wird auf mindestens 18 Millionen Euro geschätzt, zusätzlich zu weiteren 3,6 Millionen Euro an hinterzogener Umsatzsteuer. Seit Anfang 2023 wurden bis zu 16 Tanklaster mit Schmieröl an die beteiligte Firma geliefert, die sich selbst als Opfer der Machenschaften eines kriminellen Netzwerks sieht. Nach Durchsuchungen im August 2025 und einer großangelegten Razzia am 14. November 2024, bei der 32 Standorte in mehreren Bundesländern durchsucht wurden, haben die Ermittler inzwischen auch 230 Fahnder mobilisiert und viele wichtige Beweismittel sichergestellt.
Insgesamt wurden rund 37 Millionen Liter Kraftstoff über diese illegale Masche verkauft, was etwa 1.230 Tanklastern entspricht. Die Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) bezeichnet diesen Fall, der auch als „Water into Wine“ bekannt ist, als eines der komplexesten Verfahren im Bereich des Steuerbetrugs. Auch wenn die betroffene Firma die Vorwürfe zurückweist, belegen die Ermittlungen, dass mehrere Verdächtige festgenommen wurden, darunter das Unternehmen selbst, dessen Geschäftsführer einen Haftbefehl zu erwarten hat.
In einem weiteren dramatischen Wendepunkt versuchte ein Verdächtiger kürzlich während eines Fluges, in dem er belastende Dokumente vernichten wollte, sich einer Festnahme zu entziehen. Nach der Landung wurde er jedoch gestoppt und die Beweismittel, die er im Müll zu entsorgen versuchte, wurden sichergestellt, so Tagesschau.