Im Hohenlohekreis ist der Ärztemangel zu einem drängenden Problem geworden, auf das mit einem Weiterbildungsverbund (WBV) reagiert werden soll. Der WBV wurde Anfang Dezember 2024 gegründet und vereint Hausärzte, das Hohenloher Krankenhaus sowie das Gesundheitsamt. Ziel dieses Engagements ist die Unterstützung und Begleitung von Ärztinnen und Ärzten in der Weiterbildung zur Allgemeinmedizin, um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum zu sichern, wie [ärztekammer-bw] berichtet.
Ein zentrales Element des WBV ist Dr. Elisabeth Sille, die als erste Ärztin im Verbund tätig ist. Sie stammt aus Öhringen und ist überzeugt von der geplanten Struktur und der Planungssicherheit, die der WBV ihrer Ausbildung zum Allgemeinmediziner bietet. Die besonderen Vorteile des Modells liegen in der garantiert organisierten Rotation sowie der Weiterbildung unter einem Dach, was eine Kontinuität und bessere Rahmenbedingungen schafft. Dies wird auch von Landrat Ian Schölzel und Daniela-Ursula Ibach, Vizepräsidentin der Bezirksärztekammer, hervorgehoben.
Verbesserte Bedingungen für Ärztinnen und Ärzte
Dank des WBV müssen Ärzte in Weiterbildung nicht länger ihre Ausbildungszeiten selbst organisieren, was oft zu langen Arbeitszeiten in bestimmten Disziplinen führt. Dr. Sille, die bis Ende Februar in der Chirurgie des Hohenloher Krankenhauses arbeitet, hat ihre Weiterbildung dort im September begonnen und fühlt sich gut betreut. Sie lobt insbesondere die familienfreundlichen Arbeitsbedingungen und die Unterstützung durch Chefarzt Professor Frank A. Wenger.
Die Bedeutung eines solchen Weiterbildungsverbunds für die Akquise von Nachwuchsärzten wird durch Studien belegt, die zeigen, dass 84 Prozent der Ärztinnen und Ärzte sich in der Nähe ihres letzten Weiterbildungsorts niederlassen. Dies verstärkt die Motivation, die Attraktivität des Standorts im Hohenlohekreis zu steigern und die Herausforderungen des Hausärztemangels aktiv anzugehen. Der WBV zielt somit darauf ab, eine langfristige Lösung für die Gesundheitsversorgung in der Region zu finden.
Ausblick auf die zukünftige Entwicklung
Nach ihrer Zeit in der Chirurgie wechselt Dr. Sille in die Hausarztpraxis Baier und Hiller in Öhringen, wo sie bereits ein Praktikum absolviert hat. Während bisher nur Dr. Sille am WBV interessiert ist, gibt es drei weitere Interessenten; zwei haben jedoch kein weiteres Interesse, während eine dritte Person voraussichtlich im April 2025 mit ihrer Weiterbildung beginnen wird. Diese Entwicklung zeigt, dass der WBV den Bedarf an Allgemeinmedizinern im Hohenlohekreis ernst nimmt und Lösungen bietet, um die ländliche Gesundheitsversorgung zu stärken.
Ähnliche Problematiken, wie der Ärztemangel, sind nicht auf den Hohenlohekreis beschränkt, sondern betreffen viele ländliche Regionen in Deutschland. Um nachhaltige Lösungen zu finden, sind innovative Ansätze wie der WBV unerlässlich. Weiterführende Informationen zum Ärztemangel und dessen Auswirkungen sind auf [ärzte-markt] verfügbar.