In Sachsenheim wurde am 2. Februar 2026 ein bedeutender Schritt in Richtung nachhaltiger Energieversorgung vollzogen. Bei einem Bürgerentscheid sprachen sich die Einwohner für die Errichtung eines Energieparks aus, was als historischer Tag für die Stadt angesehen wird. Hans-Georg Hummel von der Bürgerinitiative „Energie von hier Sachsenheim“ äußerte sich erfreut über die hohe Wahlbeteiligung und wertete diese als Zeichen des Bürgerengagements. Er kündigte an, dass die Initiative aktiv bleiben werde, um die Gründung einer Bürgergenossenschaft voranzutreiben und sicherzustellen, dass der vergünstigte Strompreis den Bürgern zugutekommt. Auch die naturnahe Umsetzung der geplanten Photovoltaikanlage steht auf der Agenda der Initiative.
Bürgermeister Holger Albrich bedankte sich bei den Wählern für ihre Teilnahme an der Abstimmung und betonte, dass das „Ja“ zum Energiepark einen klaren Support für die nachhaltige Energieversorgung darstellt. Damit zeigen die Bürger nicht nur Interesse, sondern auch Verantwortung in der Gestaltung ihrer Energiezukunft.
Neue Bürgerbeteiligungsmodelle im Überblick
Im Kontext der Bürgerbeteiligung an Erneuerbaren Energien haben sich auch in anderen Regionen Deutschlands neue Ansätze etabliert. So wurde von der Ökostrom-Anbieterin Bürgerwerke eG die Bürgerwerke Beteiligungs GmbH gegründet. Diese Gesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, Photovoltaik-Freiflächenanlagen in Zusammenarbeit mit Kommunen und Bürgerinnen und Bürgern zu entwickeln. Diese Entwicklung wird durch die Initiative „Freiflächen in Bürgerhand“ unterstützt, die mittlerweile 14 Genossenschaften umfasst und deren Projekte kurz vor der Baugenehmigung stehen. Die Bürgerwerke Beteiligungs GmbH übernimmt die Verwaltung der neuen Projektgesellschaften, die sich um Planung, Finanzierung und Betrieb spezifischer Projekte kümmern. Felix Schäfer, Vorstand der Bürgerwerke, betont hierbei die Bedeutung der regionalen Energiegenossenschaften.
Zusätzlich wird der Bau und Betrieb der Anlagen in die Hände der Bürger vor Ort gelegt. Dies fördert nicht nur die Verantwortung, sondern auch die Akzeptanz der Projekte. Voraussichtlich wird das erste Photovoltaik-Modul im Jahr 2026 in Betrieb genommen. Die langen Planungszeiten ermöglichen es den Bürgern, über die einzelnen Schritte informierter und aktiver mitzuentscheiden.
Beteiligungsmodelle im Detail
Laut dem Forschungsprojekt ReWA, das den Zusammenhang von Wertschöpfung, Beteiligung und Akzeptanz untersucht, ist die Bürgerbeteiligung entscheidend für die Akzeptanz von Erneuerbare-Energien-Anlagen. Es gibt verschiedene Beteiligungsmodelle, die unterschiedlich viele Mitspracherechte ermöglichen:
- Indirekte finanzielle Beteiligung: Bürger können an Erneuerbare-Energien-Projekten teilnehmen, jedoch ohne oder mit geringer Mitsprache.
- Fremdkapitalbeteiligung: Bürger stellen Fremdkapital zur Verfügung und partizipieren an den Erträgen der Anlagen.
- Eigenkapitalbeteiligung ohne Stimmrechte: Beteiligung ohne gesellschaftsrechtliche Mitwirkungsrechte, jedoch mit festen Gewinnansprüchen.
- Eigenkapitalbeteiligung mit Stimmrechten: Hier erhalten Bürger Stimmrechte in Abhängigkeit von ihrem Eigenkapitalanteil.
Diese Modelle zeigen die Vielfalt an Möglichkeiten, wie Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Energiewende eingebunden werden können und tragen zur Schaffung einer nachhaltigen Energiezukunft bei. Ebenso ist die Einbeziehung der Bürger in Informationsveranstaltungen, die nicht direkt mit finanziellen Mitteln verbunden sind, ein Schlüssel zur Förderung des Projekts und zur Erhöhung der Akzeptanz.
Mit den jüngsten Entwicklungen in Sachsenheim und den Initiativen in anderen Teilen Deutschlands wird deutlich, dass Bürgerengagement unverzichtbar für den Erfolg von Erneuerbaren-Energien-Projekten ist. Die Bürger haben nicht nur ein Mitspracherecht, sondern tragen aktiv zur Energiewende bei.