Ein majestätischer Mammutbaum auf dem Friedhof von Ochsenbach in Sachsenheim zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Mit einer beeindruckenden Höhe von 32 Metern und einem Stammdurchmesser von 3,15 Metern in einer Höhe von 1,30 Metern wurde dieser Baum bereits 1866 gepflanzt. Das Besondere an diesem Geschichtsträchtigen Baum ist, dass er ursprünglich als Setzling in der Stuttgarter Wilhelma auf Anordnung von König Wilhelm I. von Württemberg gezogen wurde. Der Setzling fand seinen Pflanzort an der Grabstätte der Familie Schunk, dessen Tochter, Christina, ihn als Geschenk erhielt. Ein neues Schild, das Informationen über die Geschichte des Mammutbaums bieten wird, soll demnächst in der Nähe des Baumes an der Friedhofsmauer angebracht werden, um die Bedeutung dieses Baumes hervorzuheben. Dies berichtet die Bietigheimer Zeitung.
Die Geschichte des Mammutbaums hat ihre Wurzeln in den frühen 1860er Jahren, als König Wilhelm I. von Württemberg 1864 einen Pflanzauftrag für Mammutbäume erteilte. Diese Bäume, die zunächst in Nordamerika entdeckt wurden, waren eine Sensation des 19. Jahrhunderts. Um die europäischen Gärten und Parks zu bereichern, ließ Wilhelm I. sich Samen der Mammutbäume aus Kalifornien liefern. In den königlichen Anlagen in Württemberg, die damals auch als Wellingtonie bekannt waren, wurden Tausende von Jungpflanzen im Kalthaus der Wilhelma in Stuttgart aufgezogen. Heute gibt es über 100 Standorte mit mehr als 300 dieser Mammutbäume aus der „Wilhelma-Saat“ in Nord-Württemberg bis zum Bodensee, wie auf Wilhelma Saat ausgeführt wird.
Die Bedeutung der Mammutbäume
Diese markanten Bäume repräsentieren nicht nur die botanische Vielfalt, sondern auch ein Stück Geschichte. Die Bedeutung der Mammutbäume und der von ihnen geprägten Landschaften ist im Buch „Die Giganten des Königs – Historische Mammutbäume in Württemberg“ dokumentiert. Die Anpflanzungen in verschiedenen Schlossgärten und Parkanlagen sind ein Zeugnis des botanischen Interesses und der fortschrittlichen Gartenkultur der damaligen Zeit.
Die Einbindung dieses historischen Ortes in die touristische Erkundung ist ein weiterer Schritt in der Wertschätzung dieser einzigartigen Naturdenkmäler und könnte die Besuche in der Region fördern. Die Stadt Sachsenheim ist bestrebt, das Bewusstsein für die historischen und ökologischen Werte solcher Attraktionen zu schärfen und ihre Schönheit erlebbar zu machen.