In Deutschland zeigen sich besorgniserregende Trends bezüglich der Anlagemöglichkeiten und der Vermögensbildung privater Haushalte. Jahr für Jahr legen Sparer in Deutschland traditionell ihr Geld in Bankeinlagen an und meiden häufig den Aktienmarkt, was zu einem langsamen Wachstum im Vergleich zu anderen Ländern führt. Ein Bericht von Bietigheimer Zeitung zeigt, dass das Geldvermögen deutscher Haushalte bis Ende 2024 auf etwa 9.050 Milliarden Euro gestiegen ist, was einen bemerkenswerten Anstieg darstellt.
Im Detail sind mehr als ein Drittel dieses Vermögens in Bargeld und Sichteinlagen gebunden. Ein Grund dafür ist die Risikoscheu vieler Haushalte, insbesondere derjenigen mit geringerem Budget. Diese Präferenz für liquide Mittel reflektiert die wirtschaftliche Unsicherheit, die viele Sparer zurzeit erleben.
Trends in der Vermögensbildung
Die Bundesbank berichtet, dass private Haushalte zunehmend ihre Einlagen umschichten. Im vierten Quartal 2024 stieg das nominale Geldvermögen um 136 Milliarden Euro, markiert durch den höchsten Aufbau an Bargeld und Sichteinlagen seit Mitte 2021. Dies steht im Gegensatz zu den sinkenden Spareinlagen und Sparbriefen, die um 16 Milliarden Euro abgebaut wurden. Diese Umstellung verdeutlicht den Trend hin zu mehr liquiden Anlageformen in unsicheren Zeiten.
Die reale Gesamtrendite zeigt eine deutliche Varianz, die sich entlang der Vermögensverteilung zieht. Vermögendere Haushalte erreichen im Durchschnitt höhere reale Renditen, während vermögensärmere Haushalte oft in risikoarmen Anlagen investieren müssen. Die aggregierte reale Gesamtrendite im vierten Quartal betrug knapp 2%, ein Zeichen für die ungleiche Verteilung von Vermögen und Renditen in Deutschland.
Globale Vermögensprognosen
Laut einer Prognose von UBS wird erwartet, dass die Vermögen pro Erwachsenen weltweit in den kommenden fünf Jahren weiter steigen werden. Besonders bemerkenswert ist das rasche Wachstum in den USA, die fast 40 Prozent der weltweiten Dollar-Millionäre stellen, gefolgt von China als zweitgrößtem Markt für Vermögenswachstum. Dieses globale Vermögenswachstum steht im Kontrast zur stagnierenden Vermögensbildung in Deutschland.
Die Gaps in der Vermögensbildung verdeutlichen, dass, während deutsche Sparer weiterhin auf Sicherheit setzen, Räume für höhere Renditen in anderen Märkten existieren. Diese Entwicklung könnte langfristig darauf hindeuten, dass viele Deutsche ihre Anlagestrategien überdenken müssen, um künftig von den internationalen Trends zu profitieren.