Heute ist der 5.03.2026 in Sachsenheim. Die landwirtschaftliche Situation in der Region bleibt angespannt, insbesondere für die Familie Benz, die von einem erheblichen Ernteausfall betroffen ist. Ulrich und Adelheid Benz, Landwirte aus Sachsenheim, beziffern ihren Ernteausfall auf etwa 3000 Euro. Trotz mehrfacher Kontaktversuche zu Terranets BW, sowohl via E-Mail als auch telefonisch, blieben ihre Ansinnen zur Wiederherstellung der alten Bodenstruktur bislang erfolglos. Der zuständige Sachbearbeiter war häufig nicht erreichbar oder vertröstete die Benzes, was die Lage nicht einfacher macht.

In einem Vorschlag hat Ulrich Benz angeregt, die Wiese durch Auffüllung mit Mutterbodenmaterial urbar zu machen. Pressereferentin Nadine Leiker von Terranets BW hat jedoch betont, dass die Betroffenen nicht schlechter gestellt werden sollen als vor dem Bau. Terranets BW entschädigt für Schäden, einschließlich Pacht- und Ernteausfälle, und hat zugesichert, dass alle Flächen nach Abschluss der Baumaßnahme fachgerecht rekultiviert werden. Dennoch gibt es Unstimmigkeiten im vorliegenden Fall, die auf nicht zeitnahe Klärungen mit den Eigentümern und Bewirtschaftern zurückzuführen sind.

Die Herausforderungen der Rekultivierung

Witterungsbedingte Anpassungen am Ablauf der Rekultivierung waren in den letzten Monaten notwendig. Aufgrund der feuchten Witterung konnten keine Rekultivierungsarbeiten durchgeführt werden. Terranets BW hat jedoch das Ziel, betroffene Flächen zeitnah angemessen zu rekultivieren und individuelle Lösungen zu finden. Arbeiten sollen bei anhaltender trockener Witterung wieder aufgenommen werden. Das Unternehmen strebt eine zügige Klärung für alle Beteiligten an und möchte das weitere Vorgehen im direkten Kontakt mit den Grundstückseigentümern klären.

Der Fall der Benzes ist nicht einzigartig. Im Rahmen des Baus und Betriebs von Transportleitungen für Gas und Wasserstoff benötigt Terranets BW auch private Grundstücke von anderen Landwirten in der Region. Ein Beispiel ist Christian T., ein Landwirt aus der Nähe von Waiblingen, dessen 1,6 Hektar großes Feld ebenfalls von der Süddeutschen Erdgasleitung (SEL) betroffen ist. Terranets BW hat die Planung dieser Leitung im Jahr 2020 übernommen und informiert regelmäßig die betroffenen Städte und Gemeinden über den Planungsstand.

Informationen für betroffene Landwirte

Anfang 2023 wurden Infomärkte für Eigentümer:innen und Bewirtschafter:innen durchgeführt, an denen auch Christian T. teilnahm. Im Frühjahr 2024 werden alle betroffenen Eigentümer:innen, einschließlich Christian T., per Post über das Vorhaben informiert. Hierbei erhält er Vertragsunterlagen, die die Dienstbarkeit im Grundbuch und den Gestattungsvertrag für den Bau umfassen. Bei verpachteten Flächen wird Terranets BW separate Vereinbarungen mit den Pächter:innen treffen.

Christian T. hat Fragen zu den Vertragsunterlagen und plant, an einer Informationsveranstaltung von Terranets BW teilzunehmen. Nach der Veranstaltung wird Terranets BW alle Fragen klären. Um die Eintragungsbewilligung zu unterzeichnen, muss Christian T. persönlich beim Notar erscheinen. Die beglaubigte Eintragungsbewilligung wird dann an Terranets BW gesendet, die sie beim Grundbuchamt einreicht. Fünf Wochen nach der Einreichung erhält Christian T. die Entschädigungszahlung, die auf der Größe der betroffenen Fläche basiert.

Während der Bauvorbereitung und der Bauarbeiten kann Christian T. sein Flurstück nicht nutzen, was ebenfalls zu Ertragsausfällen führt. Doch Terranets BW entschädigt ihn für diese Ertragsausfälle und Schäden an der Flur nach festen Sätzen. Ende 2025 soll der Bau des Leitungsabschnitts abgeschlossen sein, und die Flächen werden rekultiviert, so dass Christian T. seine Felder direkt nach dem Bau wieder bewirtschaften kann.

Für weitere Informationen zu Rechteerwerb und Entschädigungszahlungen können Betroffene das Factsheet „Boden – Schutz, Rechte und Entschädigung bei der Verlegung von Gasleitungen“ konsultieren. Die Situation der Benzes und anderer betroffener Landwirte zeigt, wie wichtig der Dialog zwischen den Betroffenen und den Unternehmen ist, um eine Lösung für alle Beteiligten zu finden. Es bleibt zu hoffen, dass die Witterungsbedingungen bald eine zügige Rekultivierung ermöglichen und die Berechtigungen und Entschädigungen rechtzeitig geklärt werden können.