Im malerischen Kirbachtal, das im Natura-2000-Gebiet Stromberg-Heuchelberg liegt, wird die Landwirtschaft zunehmend zum Spielball von politischen und ökologischen Herausforderungen. Stefan Weißschuh und seine Frau Jasmin sind die letzten Landwirte in dieser Region. Sie machen sich stark für die Belange der Landwirtschaft und Landschaftspflege und fordern mehr Gehör in der Politik. Dabei hebt Weißschuh hervor, wie wichtig Kühe für die Erhaltung der Landschaft sind. Die Weidehaltung, die früher in Form von Weiden und Streuobstwiesen im Tal stark verbreitet war, trägt maßgeblich zur Pflege der Landschaft bei. Doch heute ist das Bild ein anderes: Verbuschung und junger Wald ersetzen die einst blühenden Flächen.

Die Herausforderungen sind vielfältig. Durch die Fruchtfolge bleibt die Bodenfruchtbarkeit erhalten und der Anbau von Futterpflanzen kann Verbuschung und Brache verhindern. Dennoch ist die Landwirtschaft in vielen Bereichen nicht mehr möglich, und die Zukunft der landwirtschaftlichen Kultur im Kirbachtal hängt entscheidend von der Unterstützung durch die EU und die Bundesregierung ab. Zusätzliche Auflagen könnten die Landwirtschaft im Kirbachtal weiter gefährden. Diese Situation verdeutlicht die Dringlichkeit, die Bedeutung der Landwirtschaft und Landschaftspflege in den politischen Diskurs einzubringen. Mehr Informationen zu den Herausforderungen und Bedürfnissen der Region finden sich in einem Artikel der Bietigheimer Zeitung.

Klimawandel als Bedrohung für Natura-2000-Gebiete

Der Klimawandel stellt nicht nur eine Herausforderung für die Landwirtschaft dar, sondern bedroht auch den Erhalt von Natura 2000-Arten und -Lebensräumen. Die EU-Mitgliedsstaaten sind verpflichtet, den guten Erhaltungszustand dieser Lebensräume zu gewährleisten. Leider wird der Klimawandel in den Managementplänen für Natura 2000 bislang kaum berücksichtigt. Ein laufendes Projekt des DVL zielt darauf ab, die Bewirtschaftung und Pflege von Schutzgebieten unter Klimawandelbedingungen zu gewährleisten. Dabei stehen praxisnahe Handlungsempfehlungen für die Landschaftspflege im Vordergrund.

Das Projekt, das von März 2025 bis Februar 2028 läuft, fokussiert sich auf naturbasierte Lösungen, um die Resilienz traditioneller Bewirtschaftungsweisen zu stärken. Zu den Fragestellungen gehören die Analyse der Konsequenzen des Klimawandels auf Natura 2000-Lebensraumtypen, die Anpassung der Beratung für Bewirtschaftende und die Minimierung von Risiken für landwirtschaftliche Betriebe in Extremjahren. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit Praxispartnern aus verschiedenen Bereichen, wie Landschaftspflegeorganisationen, Kommunen und Forschung. Die Ergebnisse des Projekts sollen bundesweit übertragbar sein und spezifische Bedingungen berücksichtigen. Weitere Informationen sind auf der Webseite des DVL zu finden: DVL.

Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft

Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch in der Landwirtschaft deutlich spürbar. Extreme Wetterlagen, die häufigere Trockenphasen und intensivere Niederschläge mit sich bringen, stellen eine ernsthafte Bedrohung für Ernten dar. Der Anstieg der Durchschnittstemperaturen beeinflusst das Anbauspektrum und die Vegetationszeiten der Pflanzen. So beginnt die Vegetation vieler Pflanzen, wie etwa Apfelbäume und Raps, mittlerweile bis zu 20 Tage früher als noch vor 50 Jahren.

Die positiven Aspekte, wie die Möglichkeit mehrerer Ernten dank einer verlängerten Vegetationsphase, werden jedoch durch die negativen Folgen, wie die erhöhte Anfälligkeit von Obstbäumen gegenüber Spätfrösten, und die Verbreitung schädlicher Organismen in milderen Wintern, stark gemindert. Zudem leiden auch die Tiere unter den steigenden Temperaturen, was ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit beeinträchtigt, insbesondere bei Kühen. Um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen, sind präventive Maßnahmen wie Frostschutzberegnung und Risikomanagement unerlässlich. Weitere Informationen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft finden sich in einem Artikel auf landwirtschaft.de.

Insgesamt zeigt sich, dass die Herausforderungen im Kirbachtal und in Natura 2000-Gebieten nicht isoliert betrachtet werden können. Die Landwirtschaft, die Landschaftspflege und der Klimawandel sind eng miteinander verknüpft und erfordern ein gemeinsames Handeln von Politik, Landwirtschaft und Gesellschaft, um die wertvollen Kulturlandschaften zu bewahren und zukunftsfähig zu gestalten.