Eine aktuelle Untersuchung zeigt alarmierende Ergebnisse zur Diskriminierung am Arbeitsplatz in der Bundesverwaltung. In den Monaten Mai und Juni 2022 wurden über 50.000 Beschäftigte aus 73 Bundesbehörden befragt. Ziel war es, die Erfahrungen von Menschen mit Migrationshintergrund zu erfassen. Die Ergebnisse der Umfrage wurden nun veröffentlicht und werfen ein besorgniserregendes Licht auf die gegenwärtige Arbeitskultur im öffentlichen Dienst. Menschen mit Migrationshintergrund berichten deutlich häufiger von Diskriminierung als ihre Kolleg:innen ohne diesen Hintergrund, wie die Bietigheimer Zeitung berichtet.
Die Diskriminierungsgründe sind vielfältig. Sie reichen von Geschlecht und Geschlechtsidentität über ethnische Herkunft und Religion bis hin zu familiären Verpflichtungen und äußerer Erscheinung. Auch die fehlenden beruflichen Netzwerke werden als ein wesentlicher Faktor identifiziert, der die Karrieremöglichkeiten für Menschen mit Migrationshintergrund negativ beeinflusst.
Vielfalt als Ziel der Bundesverwaltung
Derzeit beschäftigt die Bundesverwaltung rund 500.000 Mitarbeiter:innen. Laut Befragung Vielfalt ist es das erklärte Ziel, ein Vorbild in Bezug auf Vielfalt und gleichberechtigte Teilhabe zu sein. Die Verwaltung möchte eine vorurteilsfreie Arbeitsumgebung schaffen, in der alle Menschen die gleichen Chancen erhalten. Dazu werden zahlreiche Faktoren berücksichtigt, darunter ethnische Herkunft, Geschlecht, Religion und sexuelle Orientierung.
Die Bedeutung dieser Maßnahmen für die Zukunftsfähigkeit als Arbeitgeber kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Eine inklusive Staatseinrichtung soll nicht nur die Zufriedenheit der Beschäftigten erhöhen, sondern auch die Qualität der öffentlichen Aufgabenerfüllung sicherstellen. Ein wesentliches Element dieses Prozesses ist die Analyse der Erfahrungen der Mitarbeiter:innen in den Bundesbehörden.
Forschungsprojekt zur Verbesserung der Behördenkultur
Im Rahmen eines umfassenden Forschungsprojekts wird die Vielfalt innerhalb der Bundesverwaltung untersucht. Die zentralen Ergebnisse der Beschäftigtenbefragung, die im Mai und Juni 2024 in 75 Behörden durchgeführt wurde, sollen dazu beitragen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Fast 160.000 Beschäftigte wurden zur Teilnahme an der Befragung eingeladen, und die Ergebnisse bieten somit einen wertvollen Überblick über die bestehenden Herausforderungen und die Behördenkultur.
Das Bundesministerium des Innern und für Heimat hat das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) mit der Durchführung dieser Befragung beauftragt. Das BiB kann auf umfangreiche Erfahrungen in der Durchführung solcher Umfragen zurückblicken und wird somit einen entscheidenden Beitrag zur Schaffung einer integrativen Arbeitsumgebung leisten.