Im Kreis Ludwigsburg schlagen Landwirte Alarm: Die Schilf-Glasflügelzikade stellt eine erhebliche Bedrohung für die Ernte dar. Diese nur wenige Millimeter große Zikade hat sich in den letzten Jahren zunehmend auf Ackerbau- und Gemüseflächen im Südwesten Deutschlands ausgebreitet und gilt in Ludwigsburg als Hotspot ihrer Population. Sorgen bereiten vor allem die potentiellen Krankheiten, die sie überträgt, denn diese können massive Ernteeinbußen verursachen. Berichte aus Städten wie Remseck und Marbach belegen die Gefahren, die von der Zikade ausgehen, die insbesondere Kartoffeln, Zuckerrüben, Karotten, Rhabarber, Erdbeeren und Spargel bedroht, wie die Stuttgarter Nachrichten berichten.
Die vom Bakterium Candidatus Phytoplasma solani verursachte Pflanzenkrankheit Stolbur, die über die Schilf-Glasflügelzikade übertragen wird, hat sich als besonders gefährlich erwiesen. Sie betrifft nicht nur Kartoffeln und Zuckerrüben, sondern auch andere Gemüsesorten bundesweit, wobei die Regionen Süddeutschland, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt besonders betroffen sind, wie Tagesschau berichtet.
Erhebliche Ertragsverluste und Auswirkungen
Die Folgen der Zikade und der damit verbundenen Stolburkrankheit sind alarmierend: In Baden-Württemberg wird von Ertragsverlusten von bis zu 25 % bei Rüben und sogar bis zu 70 % bei Kartoffeln berichtet. Dies könnte für einige Betriebe in der Region die Existenzgrundlage gefährden. Infizierte Pflanzen zeigen Symptome wie Welken und gummiartige Wurzeln und Knollen, was zu einem erheblichen Rückgang von Ertrag und Geschmack führt. In extremen Fällen können die betroffenen Produkte nicht mehr verarbeitet oder gelagert werden.
Die Zikade vermehren sich insbesondere in warmen Frühsommern und Sommern, was durch die Auswirkungen des Klimawandels begünstigt wird. Ein dringender Bedarf an wirksamen Pflanzenschutzmitteln und Forschung zur Resistenzzüchtung wird von den Landwirten gefordert. Obwohl die Stolburkrankheit nicht gesundheitsschädlich für Menschen ist und betroffene Produkte somit nicht in den Handel gelangen, bleibt der Druck auf die Landwirtschaft und die wirtschaftliche Sicherheit der betroffenen Betriebe bestehen.
Mit einem Anstieg der Zikadenpopulation müssen Landwirte in der Region ernsthafte Maßnahmen ergreifen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und ihre Ernte zu schützen. Ein umfassendes Management, das sowohl Prävention als auch Behandlung beinhaltet, ist zwingend erforderlich, um die Zukunft des Gemüses- und Kartoffelanbaus im Kreis Ludwigsburg zu sichern.