Das Engagement für den Steinkauz in der Region Sachsenheim trägt Früchte: Ein Steinkauz aus dem Jahr 2024 hat nun ein neues Revier entdeckt, das mit passenden Nisthöhlen ausgestattet ist. Diese Erkenntnisse beruhen auf der Zusammenarbeit zwischen den Naturschützern und dem Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie. Dies ist besonders wichtig, da die Brutsaison in diesem Jahr mit besorgniserregenden Herausforderungen konfrontiert ist.

Herbert Keil, ein führender Forscher in diesem Projekt, äußert seine Besorgnis über die Brutsaison 2025. Die Population leidet unter einem Mangel an Mäusen, was in der Folge die Fortpflanzung beeinträchtigt. In guten Jahren konnten bis zu sieben Küken pro Brut geschlüpft werden, in diesem Jahr hingegen liegen die Zahlen bei maximal vier Jungen. Diese Schwankungen in der Brutgröße verdeutlichen die Fragilität des Ökosystems, in dem der Steinkauz lebt. Die Finanzierung der Besenderung der Steinkäuze erfolgt durch die Baden-Württemberg-Stiftung und Spenden, mit dem Ziel, Bewegungsprofile dieser Vogelart zu erstellen, um so die Schutzmaßnahmen der Naturschutzbehörden zu unterstützen.

Forschung und Schutzmaßnahmen

Das übergeordnete Projekt zur Erforschung der Brutbiologie des Steinkauzes konzentriert sich auf den Landkreis Ludwigsburg. Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung effektiver Schutzstrategien für diese Eulenart, die Ende der 1980er Jahre fast ausgestorben war; 1988 gab es nur noch acht Brutpaare. Eine der zentralen Methoden ist die wissenschaftliche Beringung der Jungvögel, die in Kooperation mit der Vogelwarte Radolfzell und unter Genehmigung der Oberen Naturschutzbehörde durchgeführt wird. Diese Beringungsmaßnahmen liefern wertvolle Einblicke in die Population, die Partner- und Reviertreue sowie die Lebensdauer der Steinkäuze.

Die verwendeten Aluminiumringe sind leicht und schädigen die Vögel nicht, wenn sie ordnungsgemäß eingesetzt werden. Neben der Beringung kommen verschiedene Methoden zur Anwendung, darunter Sichtbeobachtungen, Auswertung von Foto- und Videoaufnahmen mit Wildkameras sowie Geschlechtsbestimmungen per Federanalyse. Radiotelemetrie ermöglicht zusätzlich eine präzise Verfolgung der Wanderungsbewegungen der Steinkäuze.

Schaffung von Lebensräumen

Ein weiterer Aspekt des Projekts ist die Betreuung von über 700 künstlichen Nisthilfen im Landkreis Ludwigsburg und den angrenzenden Regionen. Diese Nisthilfen, basierend auf der „Schwarzenberg-Röhre“ von 1970, wurden angepasst, um Probleme wie Staunässe zu vermeiden und gleichzeitig Schutz vor Prädatoren wie Steinmardern zu bieten. Das überdachte Vorbau-Design der Röhren sorgt zudem dafür, dass die Nester vor Greifvögeln besser geschützte sind.

Ein innovatives Konzept zielt darauf ab, die Bruterfolge des Steinkauzes zu steigern. Hierzu werden verschiedene Maßnahmen ergriffen, darunter die Schaffung von Trittsteinbiotopen und der Schutz geeigneter Brutbäume. Die gesammelten Daten zur Vorkommen- und Bestandsentwicklung sind entscheidend für zukünftige Schutzmaßnahmen.

Abschließend wird die Öffentlichkeit aufgerufen, Sichtungen und Funde von Steinkauzen im Landkreis Ludwigsburg zu melden, insbesondere wenn es sich um beringte Vögel handelt. Wichtige Informationen können über die zentrale Website www.ring.ac an die zuständigen Vogelwarten übermittelt werden.