Im Rahmen einer SPD-Veranstaltung in der Alten Kelter in Oberriexingen kamen rund 40 Bürgerinnen und Bürger zusammen, um über den Hochwasserschutz zu diskutieren. Die Veranstaltung mit dem Titel „Was kann Oberriexingen tun, wenn das Wasser kommt?“ hatte das Ziel, Informationen über Schutzmaßnahmen bei Starkregen und extremen Wetterereignissen auszutauschen. Bürgermeister Ron Keller stellte das seit 2021 bestehende Hochwasserschutzkonzept der Stadt vor, das bei der Planung in der Steingrube, unter anderem durch Rückhalteprojekte wie „Bachwiesen“, berücksichtigt wird. Laut lkz.de war das Konzept ein zentrales Thema, das auch nach dem Bürgerentscheid im Februar von Bedeutung bleiben wird.

Einen weiteren Beitrag leistete Gabi Rolland, die umweltpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, indem sie Unterstützungsmaßnahmen des Landes im technischen Hochwasserschutz erläuterte. Feuerwehrkommandant Tobias Grieble gab praktische Hinweise für Einsatzkräfte, etwa zur richtigen Ausrichtung der Gullideckel am Hang und zur Notwendigkeit, die Gullis freizuhalten. Dennoch wurden bei dieser Diskussion auch offene Fragen zur Steingrube sowie zu den Bereichen Bruch und Bachwiesen angesprochen, wobei der Wunsch nach besserer Information während Starkregenereignissen geäußert wurde. Grieble erklärte, dass es derzeit keine Frühwarnsysteme gibt, die vor solchen Situationen warnen könnten, was die Notwendigkeit von proaktiven Maßnahmen unterstreicht.

Notwendigkeit effektiver Schutzkonzepte

Die Herausforderungen durch Starkregen nehmen zu. Wissenschaftler der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) haben in ihren Untersuchungen ergeben, dass Schutzkonzepte unerlässlich sind, da Starkregen Straßen bereits innerhalb kürzester Zeit überfluten kann. Sie fordern, dass alle Arten von Wohnbebauungen, Industrieanlagen und Infrastruktur auf ihre Anfälligkeit für extreme Wetterereignisse geprüft werden. Dies ist besonders relevant, da das Klimaanpassungsgesetz, das Ende 2023 beschlossen wurde, fordert, dass Klimarisikoanalysen durchgeführt werden. Nach Angaben von zdf.de werden sich die Winterszenarien ändern, sodass künftig mehr Niederschläge als Regen und weniger als Schnee erwartet werden, was weitreichende Konsequenzen für die Grundwassererneuerung hat.

Besonders in Baden-Württemberg hat man aus Erfahrungen früherer Starkregen-Katastrophen Lehren gezogen. Nach den verheerenden Überflutungen in Braunsbach im Jahr 2016 wurden Leitlinien für Starkregen-Risikoanalysen entwickelt. Dort war ein Klimaschutzkonzept aufgelegt worden, das innerhalb von zwei Jahren Maßnahmen und Starkregenkarten erarbeitete. Der Fluss wurde so umgestaltet, dass er gebirgsbachartig ausgebaut wird, um Platz für das Wasser zu schaffen. Diese Umbauten haben Gesamtkosten von etwa 50 Millionen Euro verursacht, während die Gesamtschadenssumme auf 100 Millionen Euro geschätzt wird.

In der Zukunft wird betont, dass es entscheidend ist, Finanzierungsmöglichkeiten für Schutzmaßnahmen durch Bund und Land zu finden. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung effektiver Analysen und Strategiepapiere für den Hochwasserschutz. Der Schutz gegen Naturkatastrophen sollte als gemeinsame Aufgabe von Politik, Verwaltung und Bürgerschaft begriffen werden, um die Bevölkerung in den betroffenen Regionen zu sichern.