Im nördlichen Rems-Murr-Kreis wurde nach acht Jahren intensiver Bauzeit ein bedeutendes Wasserversorgungsprojekt erfolgreich abgeschlossen. Laut Nussbaum wird der letzte Bauabschnitt im Herbst 2025 finalisiert, womit die Wasserversorgung für rund 75.000 Menschen erheblich gestärkt wird. Für die Realisierung dieses Projekts haben die beteiligten Gemeinden, darunter Allmersbach im Tal, Aspach, Burgstetten, Leutenbach und Oppenweiler, sowie die Stadtwerke Backnang GmbH umfassend zusammengearbeitet.

Das Hauptziel des Projekts, welches vom Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg (NOW) betreut wird, besteht in der optimalen Nutzung der vorhandenen Wasserressourcen und der Gewährleistung einer einheitlich hohen Wasserqualität. Das Wasserwerk Murrtal bei Burgstetten, das eine Aufbereitungskapazität von etwa 80 Litern pro Sekunde besitzt, kann bis zu 6,9 Millionen Litern Trinkwasser täglich liefern. Insgesamt wurden für die neue Infrastruktur 49 Kilometer Roh- und Reinwasserleitungen verlegt.

Integration der Wasservorkommen

Ein zentrales Element dieses Projekts war die Anbindung von 13 Quellen der Gemeinde Oppenweiler an das Wasserwerk Murrtal, die am 1. Juli 2025 abgeschlossen wurde. Die NOW plant, in den kommenden Monaten alle 60 Wasservorkommen an das zentrale Wasserwerk anzubinden. Dies wird es ermöglichen, mehr als 200 Brunnen und Quellen effizient zu verwalten und die Wasserversorgung auch bei Ausfällen einzelner Quellen, sei es durch Trockenheit oder Baumaßnahmen, sicherzustellen. Dies wird als entscheidender Schritt zur Verbesserung der Wasserversorgung im nördlichen Rems-Murr-Kreis angesehen, wie NOW berichtet.

Zur Optimierung der Wasserqualität wird zudem eine moderne Enthärtungsanlage im Wasserwerk installiert, die die Wasserhärte von 25 Grad auf 13 Grad reduziert. Diese Maßnahme ist Teil eines umfassenderen Ansatzes, um die Qualität des Trinkwassers zu maximieren und sicherzustellen, dass es den strengen Anforderungen entspricht.

Trinkwasserqualität und Versorgungssicherheit

Das Thema Trinkwasser hat auch im weiteren Kontext eine hohe Relevanz. In Deutschland gilt Trinkwasser als das wichtigste Lebensmittel und ist durch nichts zu ersetzen. In Baden-Württemberg sind die Wasservorkommen reichlich, während weltweit über 1 Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Die öffentliche Trinkwasserversorgung in Baden-Württemberg ist eine über Generationen gewachsene Struktur, die in kommunaler Hand bleibt. Das Ziel ist es, die Versorgungssicherheit, den Ressourcenschutz sowie die Einhaltung des Multibarrierenprinzips zu gewährleisten. Informationen hierzu bietet das Gesundheitsamt BW.

Jährlich werden in Baden-Württemberg etwa 700 Millionen m³ Trinkwasser aus 2625 Anlagen bereitgestellt, wobei 75 % aus Grundwasser und 25 % aus Oberflächenwasser stammen. Der erfolgreiche Abschluss des Projekts im Rems-Murr-Kreis wird nicht nur die Qualität und Verfügbarkeit des Trinkwassers für die betroffenen Gemeinden verbessern, sondern auch als Beispiel für die effektive Nutzung regionaler Wasserressourcen dienen.