Im Rems-Murr-Kreis macht der Kinderhospizdienst Sternentraum seit 20 Jahren einen großen Unterschied für Familien, die mit schweren Erkrankungen oder dem Verlust eines geliebten Menschen kämpfen. Karolina ist eine von ihnen. Sie verlor im Mai 2023 ihren Mann Frank, der zuvor mit Multiplen Myelom – einer unheilbaren Form von Knochenmarkkrebs – diagnostiziert worden war. Der Krebs zeigte zunächst eine positive Reaktion auf die Behandlung, doch nach einem kurzen Hoffnungsstrahl kehrte die Krankheit zurück und forderte ihr fatales Opfer.
In dieser schwierigen Zeit erhielt Karolina Unterstützung vom Kinderhospizdienst, der nicht nur emotionale Hilfe bot, sondern auch praktische Unterstützung in Form von Organisation von Arztterminen. Insbesondere die ehrenamtliche Betreuerin Sophia Rund half Karolina und ihren zwei Kindern, Emil (7) und Cassie (13), durch diese herausfordernde Phase.
Unterstützungsangebote für Trauernde
Die Trauerarbeit hat für Sternentraum ebenfalls eine zentrale Rolle. Nach Franks Tod nahm Karolina an einer Trauergruppe für Frauen teil, die ihren Lebenspartner verloren haben. Diese Treffen sind Teil des umfassenden Angebots, das der Dienst zur Verfügung stellt. Ab März 2026 wird außerdem eine Trauergruppe für verwaiste Eltern eingeführt, die Mütter und Väter unterstützt, deren Kinder vor Vollendung des 21. Lebensjahres gestorben sind. Die Gruppe wird von zwei Sozialpädagoginnen bzw. Trauerbegleiterinnen geleitet und soll Raum für Gespräche und gegenseitige Unterstützung bieten, um den Verlust gemeinsam zu verarbeiten.
Das Jubiläum von Sternentraum wird am 10. Februar 2026 mit verschiedenen Veranstaltungen gefeiert, bei denen sich Interessierte über die Leistungen des Dienstes informieren können. Besondere Dankbarkeit gilt den vielen Spendern, die die Finanzierung dieser wichtigen Angebote sichern, da die Krankenkassen nur bis zum Tod des Patienten unterstützen.
Vernetzung und Gemeinschaft
In jüngster Zeit fanden rund um den Kinderhospizdienst Vernissage und Netzwerktreffen statt, bei denen die Fotografien der Dein-Sternenkind Stiftung gezeigt wurden. Diese Fotografien thematisieren die Einzigartigkeit und Würde verstorbener Kinder, und die Kraft des Erinnerns spielt dabei eine wichtige Rolle. Ein besonderer Dank ging an die ehrenamtlichen Begleiter:innen sowie die vielen Fachkräfte, die in den Bereichen Klinikseelsorge und Schwangerenberatung zusammenarbeiten.
Das Engagement der zahlreichen Ehrenamtlichen ist nicht nur in der Region bemerkenswert, sondern es gibt auch bundesweite Initiativen, wie dasFilmprojekt von Florian Krempel, das die Arbeit des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes der Deutschen Kinderhospiz Dienste zeigt. In einem fünfzehnminütigen Kurzfilm dokumentiert Krempel, wie diese Dienste Familien, wie der von Hugo, einem schwerkranken Jungen, im Alltag unterstützen.
Durch die wertvolle Arbeit von Sternentraum und anderen Diensten werden nicht nur wichtige Hilfestellungen gegeben, sondern auch ein Gefühl von Gemeinschaft und Solidarität geschaffen. Dies ermutigt Familien, die mit Trauer und Schmerz konfrontiert sind, sich Hilfe zu suchen und den gemeinsamen Weg der Trauerbewältigung zu gehen.