Am Dienstagnachmittag, den 7. Februar 2026, fand im Georg-Büchner-Gymnasium in Winnenden, im Rems-Murr-Kreis, eine besondere Veranstaltung im Rahmen der Bevölkerungsschutz-AG statt. Dieses Pilotprojekt wird von den Maltesern durchgeführt und richtet sich an Jugendliche. Neun Schülerinnen und Schüler nehmen teil und erfahren dort, wie sie sich auf Krisensituationen vorbereiten können, die durch Klimawandel und andere Faktoren häufiger auftreten.

Die Schulleiterin des Georg-Büchner-Gymnasiums bezeichnet diese AG als bislang einzigartig in Baden-Württemberg. Lehrer Florian Hambach, der normalerweise Englisch und Geschichte unterrichtet, leitet die AG und bringt seine Erfahrungen als engagierter Katastrophenschützer ein. Durch die AG möchte er den Schülern wichtige Kenntnisse über Katastrophenschutz vermitteln.

Praktische Übungen und Sensibilisierung

Die Jugendlichen haben bereits persönliche Erfahrungen mit Katastrophen gemacht, wie etwa Hochwasser im Rems-Murr-Kreis vor zwei Jahren. In der AG erlernen sie, wie sie mit einem Gaskartuschenkocher ohne Strom kochen können. Dieses Wissen wird als besonders wichtig erachtet, da eine Umfrage zeigt, dass nur ein Drittel der Personen mit einem Notvorrat in der Lage ist, ohne Strom zu kochen.

Ein zentrales Element der AG besteht darin, dass die Schüler ein Notgepäck packen. Dieses enthält wesentliche Gegenstände wie Taschenlampen, Feuchttücher, Spielkarten, ein Kurbelradio und selbst einen Reisepass. Am Ende jeder Sitzung werden verschiedene, krisensichere Gerichte zubereitet. Die Teilnahme an der AG vermittelt den Jugendlichen nicht nur Kenntnisse, sondern auch ein erhöhtes Sicherheitsgefühl.

Elternbeteiligung und überregionale Resonanz

Das Interesse an der Bevölkerungsschutz-AG geht über die Schüler hinaus. Eltern zeigen reges Interesse, und mehrere haben bereits Notfallgeräte wie Kurbelradios angeschafft. Auch außerhalb der Schule hat die AG Aufmerksamkeit erregt. Lehrer und Malteser-Kollegen aus anderen Teilen Deutschlands haben sich nach den Erfahrungen in Winnenden erkundigt.

Im Rahmen der Bemühungen zur Sensibilisierung junger Menschen für Katastrophenfälle wird in Baden-Württemberg seit dem Schuljahr 2023/2024 ein jährlicher Aktionstag zum Thema Katastrophenschutz für Kinder der sechsten Klasse durchgeführt. Es bleibt abzuwarten, ob die Bevölkerungsschutz-AG im nächsten Schuljahr fortgeführt wird, die Anzeichen deuten jedoch auf eine positive Entwicklung hin.

Die Thematik des Katastrophenschutzes wird zunehmend relevant, besonders in Bezug auf die steigende Häufigkeit von Extremereignissen wie Hochwasser und Cyberangriffe. Fachleute rufen dazu auf, eine breitere Sensibilisierung der Bevölkerung für die Herausforderungen des Zivilschutzes zu fördern. Ein Beispiel dafür sind die Veranstaltungen der Katastrophenschutzakademie, die Themen wie Katastrophenmanagement und die Organisation der zivilen Verteidigung umfassen.

Insgesamt zeigt die Bevölkerungsschutz-AG in Winnenden, wie wichtig es ist, Jugendliche auf Krisensituationen vorzubereiten und ihnen das nötige Wissen zu vermitteln, um im Ernstfall handlungsfähig zu sein. Diese Initiative ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die Resilienz der Gemeinschaft zu stärken und die jungen Menschen für zukünftige Herausforderungen zu wappnen.