Im Rems-Murr-Kreis stehen die Schülerinnen und Schüler des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Fellbach kurz vor der Landtagswahl, die am 8. März stattfindet. Besonders spannend wird es für die Jugendlichen, die ab einem Alter von 16 Jahren an der Wahl teilnehmen dürfen. Um sie auf dieses wichtige Ereignis vorzubereiten, lädt der Zeitungsverlag Waiblingen am Freitag, dem 27. Februar, zu einer besonderen Veranstaltung im Zeitungshaus ein. Hier haben die jungen Wählerinnen und Wähler die Gelegenheit, mit politisch engagierten Personen ins Gespräch zu kommen und sich über ihre Anliegen und Fragen auszutauschen. Diese Initiative zielt darauf ab, das politische Bewusstsein und die Mitbestimmung unter den Jugendlichen zu fördern, wie auch auf der Website zvw.de beschrieben wird.

Das Interesse von Jugendlichen und jungen Erwachsenen an Politik zeigt einen bemerkenswerten Aufwärtstrend. Laut der Shell Jugendstudie 2024, einer repräsentativen Untersuchung, die seit 1953 durchgeführt wird, haben in den letzten Jahren immer mehr junge Menschen Interesse an politischen Themen entwickelt. Insbesondere bei den 12- bis 25-Jährigen in Deutschland hat das allgemeine Interesse an Politik einen Höchstwert seit den 2000er Jahren erreicht. So lag das politische Interesse unter jungen Erwachsenen im Alter von 22 bis 25 Jahren im Jahr 2019 bei knapp 50%. Dieser Wert ist von 44% im Jahr 2002 auf 56% im Jahr 2024 gestiegen.

Ein Anstieg des Engagements

Besonders auffällig ist der Anstieg des politischen Interesses bei Teenagern. Die Zahlen zeigen, dass das Interesse unter den 12- bis 14-Jährigen von 11% im Jahr 2002 auf 30% im Jahr 2024 gestiegen ist. Bei den 15- bis 17-Jährigen liegt dieser Wert nun bei 47%, was einen Anstieg von 20% in den letzten zwei Jahrzehnten darstellt. Die größte Steigerung zeigt sich in der Altersgruppe der 18- bis 21-Jährigen, wo das Interesse von 38% auf 60% gewachsen ist. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass Jugendliche und junge Erwachsene zunehmend bereit sind, sich mit politischen Themen auseinanderzusetzen und aktiv mitzugestalten.

Aktuell bezeichnen sich 50% der Jugendlichen in Deutschland als politisch interessiert, ein Anstieg im Vergleich zu 30% im Jahr 2002. Auch die Bereitschaft zum politischen Engagement ist gestiegen, von 22% im Jahr 2002 auf 37% im aktuellen Jahr. Die Autoren der Shell-Studie betrachten dieses gesteigerte Interesse und Engagement nicht als kurzfristigen Effekt, sondern als Teil eines langfristigen Wandels in der politischen Kultur der Jugend.

Die Rolle der Schulen

Es ist wichtig, dass Schulen Möglichkeiten schaffen, um jungen Menschen die Mitgestaltung ihres Lebensumfelds zu ermöglichen. Niedrigschwellige Partizipationsmöglichkeiten könnten auch Desinteressierte ansprechen und dazu beitragen, dass sich noch mehr Jugendliche aktiv mit Politik auseinandersetzen. Diese Erkenntnisse stammen aus der Shell Jugendstudie 2024, die auf einer Stichprobe von 2.509 Jugendlichen basiert und deren Erhebung von Januar bis Ende März 2024 stattfand.

Insgesamt zeigt sich, dass das politische Interesse unter Jugendlichen in Deutschland nicht nur gestiegen ist, sondern auch eine bedeutende Rolle in der gesellschaftlichen Mitgestaltung spielt. Es bleibt zu hoffen, dass Veranstaltungen wie die im Zeitungshaus in Fellbach, die auf einen Austausch zwischen jungen Wählern und politisch Engagierten abzielen, weiterhin stattfinden und das politische Bewusstsein der nächsten Generation stärken.