Am 4. Februar 2026 fand die Bürgermeisterwahl in Kirchberg an der Murr statt. Frank Hornek, der seit 1994 im Amt ist, wurde mit 68,5 Prozent der Stimmen erneut gewählt und verweilt für weitere acht Jahre als Bürgermeister. Sein Herausforderer, Lars Herold, erhielt 30,4 Prozent. Hornek konnte 1126 Stimmen auf sich vereinen, während Herold 500 Stimmen erhielt. Bemerkenswert ist, dass 17 weitere Namen auf den Stimmzetteln genannt wurden, die jedoch nicht offiziell angetreten waren, was insgesamt 1 Prozent ausmacht. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,6 Prozent und ist signifikant höher als bei der letzten Wahl im Jahr 2018, als lediglich 35 Prozent der wahlberechtigten Bürger zur Urne gingen.
In der diesjährigen Wahl zeigte sich ein gewisses Maß an Unzufriedenheit der Wähler. Eine solche Unzufriedenheit könnte mit den Unwettern im Sommer 2024 und der Wahrnehmung der Rathausführung in Verbindung stehen. Hornek hatte in den vorherigen Wahlen keine Gegenkandidaten und erhielt 2018 noch 91,2 Prozent der Stimmen. Die Wahl wurde als eine der bedeutendsten für Kirchberg betrachtet, da den Bürgern erstmals seit Jahren echte Wahlmöglichkeiten geboten wurden und die Einwohner dazu ermutigt wurden, aktiv an der Wahl teilzunehmen. Hornek beschrieb sich selbst als „kein Visionär, sondern ein Realist“ und äußerte sich nach der Wahl „sehr zufrieden“ mit dem Ergebnis. Er plant, noch etwa fünf Jahre im Amt zu bleiben, bis er das Rentenalter erreicht.
Herausforderer und neue Ideen
Lars Herold, 47 Jahre alt und Polizeibeamter, trat mit verschiedenen zukunftsorientierten Ideen an, die er in der von ihm gegründeten WhatsApp-Gruppe „Wir in Kirchberg“ entwickelte. Dazu gehören die Einführung eines kostenlosen Ortsbusses, Tempo-30-Kontrollen, der Bau von Solarparks, die Schaffung eines Dorfcafés sowie eines Jugendtreffs. Herold stellt sich damit bewusst gegen den Amtsinhaber, der in seinen Augen die Gemeinde finanziell in eine stabile Lage geführt hat. Hornek hebt an dieser Stelle hervor, dass die Gemeinde seit 2015 schuldenfrei ist und dass es mittlerweile zwölf Kitagruppen gibt, ohne dass größere Neubauten notwendig waren. Zudem beschreibt er den Bau einer neuen Gemeindehalle und plant die Sanierung bestehender Gebäude sowie die Entwicklung eines neuen Baugebiets.
Kommune und Wahlbeteiligung im Kontext
Die Gemeinde Kirchberg an der Murr hat etwa 4150 Einwohner und stellt damit eine typische Gemeinde in Deutschland dar, in der die Bürgerbeteiligung an Wahlen von großer Bedeutung ist. Laut dstgb.de werden in den meisten Landkreisen die Kreistagsmitglieder sowie die Stadtrats- oder Gemeinderatsmitglieder gewählt. In vielen Städten und Gemeinden erfolgt zudem die Wahl von Oberbürgermeistern, Landräten sowie hauptamtlichen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern. Dies verdeutlicht die Wichtigkeit der Kommunalwahlen, nicht nur in Kirchberg, sondern auch in ganz Deutschland.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Wiederwahl von Frank Hornek zwar die Kontinuität in der kommunalen Führung sichert, jedoch auch die Herausforderungen der Wählerwünsche und eine zunehmende Bürgerbeteiligung in den Fokus rückt. Die aktuelle Situation in Kirchberg könnte somit als Spiegelbild für viele Gemeinden in der ganzen Republik verstanden werden.