Am Freitag, dem 6. Februar, unternahm der Arbeitskreis „Wärmewende“ des Grünen-Ortsverbands Ladenburg eine spannende Exkursion nach Steinheim an der Murr. Mit insgesamt 12 Personen war die Gruppe vor Ort, um das im Aufbau befindliche Nahwärmenetz in Steinheim zu besichtigen. Der Grünen-Ortsverband hatte den Kontakt zur Gemeinde Steinheim hergestellt, sodass die Teilnehmer direkt von Bürgermeister Winterhalter, Klimaschutzmanagerin Frau Roller und Herrn Gruseck, dem technischen Geschäftsführer der Wärmenetz Steinheim GmbH, umfassende Einblicke in die Historie und den aktuellen Stand des Projekts erhielten. Es ist wichtig zu betonen, dass alle Kommunen in Deutschland verpflichtet sind, eine kommunale Wärmeplanung zur Erreichung der Klimaneutralität zu erstellen (Quelle).

Die Idee hinter Nahwärmenetzen ist es, eine nachhaltige und kostengünstige Wärmeversorgung zu schaffen, die auf lokalen Ressourcen basiert. e-con Wärme, ein Unternehmen, das sich auf solche Lösungen spezialisiert hat, betont die Bedeutung der engen Zusammenarbeit mit Kommunen und die Optimierung der Nutzung von Abwärme aus industriellen Prozessen. Durch regionale Wärmeversorgung können Heizungen und Warmwasser bereitgestellt werden, ohne dass eine eigene Verbrennungstechnik notwendig ist. Dies bringt viele Vorteile mit sich: Hohe Versorgungssicherheit, regionale Unabhängigkeit und ein sofort nutzbarer, platzsparender Ansatz ohne eigenen Heizkessel oder Brennstofflager. Darüber hinaus leistet es einen wichtigen Beitrag zu erneuerbaren Energien und erfüllt gesetzliche Anforderungen.

Fördermöglichkeiten und wirtschaftliche Aspekte

Ein weiterer spannender Aspekt der Nahwärmeversorgung sind die Fördermöglichkeiten. Ab 2024 können bis zu 70 % der Kosten durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gedeckt werden, wobei der Förderbescheid für 36 Monate gilt und maximal 30.000 Euro pro Einfamilienhaus umfasst. Die CO2-Bilanz der Nahwärme ist ebenfalls beeindruckend: Mit nur 439 kg CO2 pro Jahr wird eine Einsparung von 90 % im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen erreicht, wie beispielsweise Heizöl oder Pellets (Quelle).

Die wirtschaftlichen Aspekte sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Die Baukostenzuschüsse und Hausanschlusskosten belaufen sich auf etwa 17.000 Euro, während der Arbeitspreis bei ca. 0,12 €/kWh liegt – ein Fixpreis bis 2030. Zudem gibt es einen Grundpreis von 72,11 €/kW. Die Vertragslaufzeit beträgt 10 Jahre mit einer Verlängerungsoption, was den Nutzern eine planbare Kostenstruktur bietet.

Wärmeversorgung der Zukunft

Die Wärmeversorgung in Deutschland macht über 50 % des Endenergieverbrauchs aus und ist verantwortlich für einen erheblichen Teil des CO2-Ausstoßes. Mit rund 80 % wird die Wärmenachfrage derzeit durch fossile Brennstoffe gedeckt. Um dem entgegenzuwirken, hat der Bundestag am 17. November 2023 ein Gesetz zur Wärmeplanung verabschiedet, das am 1. Januar 2024 in Kraft tritt. Ziel ist eine kosteneffiziente, klimafreundliche Wärmeversorgung, die zunehmend auf erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme setzt (Quelle).

Die gesetzlichen Vorgaben fordern von den Kommunen eine strategische Planung zur Wärmeversorgung. Ab dem 1. März 2025 müssen neue Wärmenetze mindestens 65 % der Nettowärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien oder Abwärme speisen. Bis 2030 sind bestehende Wärmenetze verpflichtet, mindestens 30 % aus diesen Quellen betrieben zu werden, mit dem langfristigen Ziel, bis 2045 vollständig fossilfreie Wärmenetze zu erreichen.

In Steinheim an der Murr wird damit ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Wärmeversorgung gemacht, der nicht nur den aktuellen Bedürfnissen der Bevölkerung dient, sondern auch einen bedeutenden Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leistet.