In Winnenden wird ein neues Kapitel in der Gesundheitsversorgung für Kinder aufgeschlagen. Das Rems-Murr-Klinikum hat ein Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) eröffnet, das speziell für Kinder mit komplexen Entwicklungs- und neurologischen Problemen konzipiert wurde. Ab dem 1. April 2026 wird der offizielle Regelbetrieb aufgenommen, allerdings dürfen bereits seit Oktober 2025 erste junge Patienten in diesem wichtigen Zentrum behandelt werden. Die Gründung dieses Zentrums ist ein bedeutender Schritt, um den hohen Bedarf an spezialisierten Dienstleistungen in der Region zu decken. Allein an einem Morgen gingen fünf neue Terminanfragen ein, was den großen Bedarf eindrücklich unterstreicht.

Das SPZ in Winnenden ist die erste Einrichtung dieser Art im Rems-Murr-Kreis. Vor der Eröffnung mussten Familien, die auf solche spezialisierten Behandlungen angewiesen waren, oft lange Wartezeiten in Kauf nehmen – zwischen 12 und 18 Monaten waren keine Seltenheit. Mit rund 80.000 Menschen unter 18 Jahren im Rems-Murr-Kreis ist es von großer Bedeutung, dass hier nun eine Anlaufstelle geschaffen wurde, die den Bedürfnissen der Kinder gerecht wird. In Baden-Württemberg existieren nun insgesamt 25 Sozialpädiatrische Zentren, die für etwa 11,3 Millionen Menschen zuständig sind. Die Idee für das SPZ wurde bereits 2015 geboren, jedoch nahm das Projekt erst 2024 neue Formen an und wurde 2025 genehmigt.

Umfassende Unterstützung für betroffene Familien

Im neuen SPZ werden die Kinder von einem interdisziplinären Team behandelt, das aus Neuropädiatern, Psychologen, Heilpädagogen, Therapeuten, Logopäden, Sozialpädagogen und spezialisierten Kinderkrankenpflegekräften besteht. Unter der ärztlichen Leitung von Dr. Iris Pross, einer Fachärztin für Pädiatrie mit Schwerpunkt Neuropädiatrie, wird ein umfassendes Angebot bereitgestellt. Dazu gehören Diagnostik und Behandlung komplexer Erkrankungen, Entwicklungsdiagnostik sowie Nachsorge für Frühgeborene. Eltern können sich zudem über das SPZ beraten lassen und es wird eine Vernetzung mit Kindergärten und Schulen gefördert. Ziel ist es, individuelle Behandlungs- und Förderkonzepte zu entwickeln, die den spezifischen Bedürfnissen jedes einzelnen Kindes gerecht werden.

Eine weitere positive Entwicklung ist die Unterstützung durch die Eva Mayr-Stihl Stiftung, die das Projekt mit einer Anschubfinanzierung in Höhe von 250.000 Euro gefördert hat. Diese finanzielle und ideelle Hilfe trägt dazu bei, dass die Wartezeiten für betroffene Familien in der Region deutlich verkürzt werden. Dr. Richard Sigel, der Landrat des Rems-Murr-Kreises, betont die Bedeutung des SPZ für die Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen im Landkreis. Mit der Eröffnung des Zentrums wird eine wichtige Versorgungslücke geschlossen.

Kontakt und weitere Informationen

Die Anmeldung für das SPZ erfolgt über den Kinderarzt sowie einen speziellen Fragebogen auf der Homepage des Rems-Murr-Klinikums. Eine Überweisung ist erforderlich. Das SPZ bietet Behandlungen für Kinder von Neugeborenen bis 18 Jahren, in besonderen Fällen sogar bis 21 Jahre. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 8.00 bis 17.00 Uhr. Für weitere Informationen können Interessierte das Zentrum direkt kontaktieren:

Die Eröffnung des Sozialpädiatrischen Zentrums in Winnenden ist ein bedeutender Schritt, um den spezifischen Bedürfnissen von Kindern mit besonderen Anforderungen gerecht zu werden. Es ist ein Beispiel dafür, wie die Gesundheitsversorgung in der Region verbessert werden kann, und zeigt, wie wichtig es ist, solche Einrichtungen zu fördern und weiterzuentwickeln. Für weitere spannende Informationen über Sozialpädiatrische Zentren allgemein, können Sie auch die Webseite der Kindergesundheit besuchen.