Am Sonntag, dem 4. Februar 2026, findet in Kirchberg an der Murr eine wichtige Bürgermeisterwahl statt. Der langjährige Amtsinhaber Frank Hornek, 62 Jahre, stellt sich erneut zur Wahl. Er steht im Wettbewerb mit dem 47-jährigen Polizeibeamten Lars Herold, der in der Gemeinde durch seine aktive Nachbarschaftshilfe bekannt wurde. Hornek, der seit 1994 im Amt ist, hatte in den letzten beiden Wahlen keinen Gegenkandidaten und erhielt 2018 beeindruckende 91,2 Prozent der Stimmen. Dennoch zeigt ein Blick auf die Wahlbeteiligungen, dass die politische Partizipation in der Gemeinde Herausforderungen birgt.
Die Wahlbeteiligung lag bei nur 35 Prozent bei der letzten Bürgermeisterwahl, was auf eine gewisse Unzufriedenheit der Wähler hindeutet. Auch die Proteststimmen mit Stimmzetteln, auf denen andere Namen geschrieben wurden, verdeutlichen diese Unzufriedenheit. Zu den Gründen für die Unzufriedenheit zählen unter anderem ein Unwetter im Sommer 2024, das die Bevölkerung belastete, sowie die generelle Wahrnehmung der Rathausführung. Statista führt die Wahlbeteiligung als Maß für die politische Partizipation an, das entscheidend für die Qualität demokratischer Systeme ist. Ein hoher Wert zeigt das Interesse der Bürger an politischen Prozessen.
Bürgernähe versus Amtsbonus
Lars Herold hat sich durch die Gründung der WhatsApp-Gruppe „Wir in Kirchberg“ einen Namen gemacht, um Nachbarschaftshilfe zu organisieren und Beschwerden zum öffentlichen Nahverkehr zu adressieren. Herolds Ansatz zielt darauf ab, bürgernäher zu handeln. Er hat konkrete Ideen in seine Kandidatur eingebracht, darunter die Einführung eines kostenlosen Ortsbusses, die Durchführung von Tempo-30-Kontrollen sowie Initiativen für Solarparks, ein Dorfcafé und einen Jugendtreff. Entgegen Horneks jahrelanger Amtsführung will Herold ein aktives Ohr für die Bürger haben und lösungsorientiert arbeiten.
Im Gegensatz dazu spricht Frank Hornek von seinen bisherigen Erfolgen als Bürgermeister. Unter seiner Führung ist die Gemeinde seit 2015 schuldenfrei, und es gibt zwölf Kitagruppen ohne Neubauten. Der Bau einer neuen Gemeindehalle ist im Gange, wobei Hornek auch die Sanierung bestehender Gebäude sowie ein neues Baugebiet plant. Seine Erfahrung und sein Amtsbonus könnten ihm beiden einen Vorteil bei den Wählern einbringen.
Eine bedeutende Wahl für Kirchberg
Die kommende Wahl wird als äußerst bedeutend für die Bürger von Kirchberg betrachtet, da sie erstmals seit Jahren eine echte Wahlmöglichkeit haben. Frank Hornek, der auf eine lange Amtszeit zurückblicken kann, sieht sich nun dem frischen Wind von Lars Herold gegenüber, der neue Ideen und Ansätze in die Diskussion einbringt. Die Bürger sind nun gefordert, ihre Stimme abzugeben und sich aktiv in die zukunftsweisenden Entscheidungen ihrer Gemeinde einzubringen. Informationen zu den Wahlen sind auf der offiziellen Website der Stadt Kirchberg Hunsrück zu finden.
Die Entscheidung, wer die nächste Amtsperiode in Kirchberg gestalten wird, könnte bedeutende Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung der Gemeinde haben.