Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina), eine invasive Spezies aus Südostasien, hat sich seit ihrer Einschleppung über Warentransporte nach Frankreich im Jahr 2004 beständig in Europa verbreitet. Vor allem in Deutschland ist die Art, die deutlich dunkler und kleiner als die geschützte Europäische Hornisse (Vespa crabro) ist, mittlerweile weit verbreitet. Experten weisen darauf hin, dass die asiatische Hornisse ein gelb-orange Muster lediglich im letzten Drittel ihres Hinterleibs aufweist, während sich ihre schwarz-braune Brust und das gelbe Gesicht mit orange-gelber Stirnzeichnung deutlich abheben. Besonders die gelben Füße, die ihr auch den Namen „Asiatische Gelbfuß-Hornisse“ einbringen, sind auffallend.

Im Rems-Murr-Kreis haben Imker die Bevölkerung dazu aufgerufen, Primärnester der Asiatischen Hornisse zu melden, um frühzeitig gegen die Verbreitung vorgehen zu können. Ab März beginnen die überlebenden Jungköniginnen mit dem Bau von Primärnestern, was einen entscheidenden Punkt im Lebenszyklus dieser Hornisse darstellt. In diesen Nests legt die Königin ihre ersten Eier und zieht die ersten Arbeiterinnen heran, die Essen sammeln und das Volk unterstützen. Früher im Jahr aktiv als ihre europäischen Verwandten, ziehen die Völker der Asiatischen Hornisse im Frühsommer in höhere Baumregionen um.

Lebensweise und Risiken der Asiatischen Hornisse

Laut dem Umweltbundesamt ist das Hornissenjahr durch die Gründung von Nester und die Entwicklung der Arbeiterinnen geprägt. Etwa 70% der Primärnester entwickeln sich im Sommer zu Sekundärnestern, die mehrere Tausend Hornissen beherbergen können. Im Herbst schlüpfen Geschlechtstiere, während die Arbeiterinnen und Drohnen im November sterben. Die Jungköniginnen suchen daraufhin nach Überwinterungsplätzen.

Die Asiatische Hornisse hat jedoch nicht nur einen faszinierenden Lebenszyklus, sondern stellt auch ein ernsthaftes Problem dar. Sie wurde 2016 von der Europäischen Kommission auf die Liste invasiver gebietsfremder Arten gesetzt und ist mittlerweile in Deutschland als „etabliert“ klassifiziert, was die gesetzlichen Vorgaben zur Bekämpfung verändert hat. Böden gefüllte Honigbienen sind häufig Ziel dieser Hornissen, die auch negative Auswirkungen auf die Biodiversität und die Imkerei haben können.

Verbreitung und Bekämpfung

Seit ihrem ersten Nachweis in Deutschland im Jahr 2014 erfolgt eine großräumige Ausbreitung vor allem im Westen des Landes. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit beträgt etwa 80 Kilometer pro Jahr, was durch milde Winter begünstigt wird. Im Jahr 2025 wurde die Art in Deutschland als etabliert geführt, wodurch keine Bekämpfungspflicht mehr besteht. Das NABU hat wiederholt an die Naturschutzbehörden appelliert, präventive Maßnahmen zur Eindämmung der Hornisse zu ergreifen, um die heimischen Arten zu schützen und Schäden in der Landwirtschaft zu minimieren.

Die Aufforderung zur Vorsicht bleibt bestehen: Bei Sichtungen sollten Bürger sicherstellen, dass es sich tatsächlich um die Asiatische Hornisse handelt und diese Meldungen an die zuständigen Stellen weiterleiten. Nester müssen aufgrund der potenziellen Aggressivität der Hornissen professionell entfernt werden, um das Risiko für die Bevölkerung zu minimieren. Mit einer fundierten Öffentlichkeitsarbeit und der Zusammenarbeit zwischen Imkern und Bevölkerung kann die Verbreitung der Asiatischen Hornisse eingedämmt werden.