In der malerischen Landschaft entlang des Neckars sind die Steillagen, die nicht nur ein prägendes Element des Landschaftsbildes darstellen, sondern auch zur Biodiversität und zum Erhalt erlesener Weine beitragen, gefährdet. Ein Grund dafür ist der unwirtschaftliche Weinanbau, der hier vorwiegend durch Handarbeit geprägt ist. Wie die Bietigheimer Zeitung berichtet, wurde 2020 das Projekt „Wengerter auf Probe“ ins Leben gerufen, um diesem Trend entgegenzuwirken. Inspiriert von Mundelsheim bietet es Teilnehmern die Möglichkeit, nicht nur theoretisches Wissen zu erlangen, sondern auch praktische Erfahrungen im Weinbau zu sammeln.
Die Teilnehmer dieses Projekts arbeiten in Gruppen an verschiedenen Aufgaben im Weinberg, die vom Rebschnitt über die Beseitigung von Beikraut bis hin zu Laubarbeiten reichen. Unter der Anleitung erfahrener Wengerter lernen sie nicht nur die Besonderheiten des Geländes kennen, sondern erhalten auch ein tieferes Verständnis für die Herausforderungen und Techniken des Weinanbaus. Jochen Reiner, ein engagierter Weingärtner, hebt die Bedeutung der Verbindung aus Theorie und Praxis hervor.
Engagement für den Steillagenweinbau
Die Initiative „Wir gehen steil“ hat es sich zum Ziel gesetzt, den Steillagenweinbau in der Neckartallage zu bewahren. Gerade die Region um den Käsberg benötigt Unterstützung, da die Bedingungen für den Anbau in den Steillagen durch verschiedene Außeneinflüsse zunehmen erschwert werden. Ehrenamtliche Winzerinnen und Winzer setzen sich dabei unermüdlich für die Pflege dieser wertvollen Kulturlandschaft ein, wie auf wirgehensteil nachzulesen ist. Sie möchten das Bewusstsein für die Bedeutung der Steillagen schärfen und die Herausforderungen sichtbar machen.
Im Jahr 2026 sind insgesamt 24 Termine für die Arbeit im Weinberg geplant, wobei bereits der erste Termin für den Rebschnitt stattgefunden hat. Zudem steht in diesem Jahr auch die Instandsetzung der Trockenmauern auf der Agenda. Um die Gemeinschaft und den Genuss nicht zu vernachlässigen, ist zusätzlich ein Grillevent mit Weinprobe in Planung, um das Miteinander zu fördern.
Biodiversität und nachhaltige Landwirtschaft
Die Bedeutung der Steillagen geht über den Weinbau hinaus. Diese Regionen gelten als wichtiges Kulturgut und tragen maßgeblich zum Landschaftsschutz und zur Biodiversität bei. Historisch gesehen haben sie eine abwechslungsreiche Landschaft und kleinstrukturierte Kulturlandschaften hervorgebracht. Wie ein Projekt zu querterrassiertem Weinbau zeigt, können solche Anbaumethoden sogar positive Effekte auf Biodiversität und die Qualität der Weine haben, indem sie das Mikroklima in den Weinbergen beeinflussen, was die Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten fördert. Dies wird im Detail auf geistreich erläutert.
Mit der Möglichkeit, durch Rebpatenschaften aktiv zu unterstützen – bei denen ein Schild mit dem Namen des Paten am Rebstock angebracht wird – gibt es vielfältige Chancen, sich an diesem wichtigen Erhaltungsprojekt zu beteiligen. Die Hoffnung ist, dass durch das Engagement und die Unterstützung der Gemeinschaft einige Teilnehmer in der Lage sein werden, mit der Pflege und Bewirtschaftung eines eigenen Weinbergs zu beginnen.