Die Gemeinde Mundelsheim hat seit Mitte des Jahres keine Schulden mehr. Dennoch sind die Kassen der Kommune klamm und erreichen das Existenzminimum. Ein schwerwiegender Faktor, der die Finanzen belastet, ist die Erhöhung der Kreisumlage um eine halbe Million Euro. Bürgermeister Boris Seitz berichtete in einem Gespräch über die aktuellen finanziellen Herausforderungen und die Notwendigkeit einer möglichen erneuten Kreditaufnahme für zukünftige Projekte, um die kommunalen Aufgaben erfüllen zu können, die von der gesetzlichen Selbstverwaltung abgeleitet sind, wie zum Beispiel die Daseinsvorsorge, Bildung und Infrastruktur, wie durch MTR Legal erläutert.
Besonders im Bereich der Bildungsinfrastruktur gibt es Handlungsbedarf. Die Ganztagsschule wird bereits seit vielen Jahren an drei Tagen in der Woche angeboten. Um diese auf alle Wochentage auszuweiten, ist eine Erweiterung der Mensa notwendig. Ein Plan dafür wurde vorbereitet, jedoch steht die Umsetzung noch aus. Angesichts dieser finanziellen Rahmenbedingungen ist es wichtig, dass die Gemeinde wirtschaftlich nachhaltig handelt und sich an den Haushaltsgrundsätzen orientiert, um die Verpflichtungen gegenüber der Bevölkerung einzuhalten.
Gemeindliche Infrastrukturprojekte
Ein spannendes Projekt ist die Wärmeplanung, die gemeinsam mit den Nachbargemeinden Hessigheim, Gemmrigheim und Walheim in Angriff genommen wird. Die Umsetzung soll im Jahr 2026 erfolgen und zeigt das Bestreben der Gemeinde, zusammen mit anderen Akteuren an einem Strang zu ziehen. Des Weiteren ist der Bau eines Bikeparks am Neckar auf einer Fläche von 8.300 Quadratmetern geplant, dessen Finanzierung durch eine Bürgerstiftung gesichert ist. Dieser Schritt könnte sowohl den Sport als auch den Tourismus in der Region fördern.
Zur Unterstützung des Tourismus sollen zehn Wohnmobilstellplätze eingerichtet werden. Auch die Schaffung neuer Wohnräume wird vorangetrieben. So ist eine neue Flüchtlingsunterkunft in der Neuweilerstraße 17 bereits zum Jahresende bezugsbereit. Zudem steht das Gebäude in der Lange Straße 69, welches 2015 erworben wurde, zum Verkauf, was die Gemeinde anstrebt, um weitere finanzielle Mittel zu generieren.
Gewerbepark und Naturschutz
Ein bedeutendes Projekt ist der geplante Gewerbepark Benzäcker an der Autobahnauffahrt, das auf etwa 20 Hektar entstehen soll. Ein Bürgerentscheid aus vor drei Jahren hat mit 57 Prozent Zustimmung den Weg dafür geebnet. Der Bebauungsplan sowie die Umlegung wurden bereits im Mai verabschiedet. Allerdings konnten etwa 10 Prozent der Grundstücksbesitzer ihre Flächen noch nicht an die Gemeinde verkaufen, was in naher Zukunft geklärt werden soll. Wichtig ist der Gemeinde, dass im Zuge dieser Entwicklungen auch der Naturschutz durch ein Biotopverbund-Konzept berücksichtigt wird, sodass Ökopunkte in den Benzacker fließen.
Die finanziellen Rahmenbedingungen für die Gemeinde Mundelsheim sind angespannt. Die Herausforderungen, wie die angesprochenen Kreisumlagen und die Notwendigkeit von Investitionen, sind vor dem Hintergrund der allgemeinen Situation der kommunalen Finanzen in Deutschland zu sehen. Die KfW hebt hervor, dass viele Gemeinden mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben, insbesondere in Zeiten steigender Energiepreise und des Wandels in der Industrie, was sich nachhaltig auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Kommunen auswirkt, wie in der Publikation auf KfW beschrieben.