Der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus), auch Westeuropäischer Igel genannt, hat in Deutschland mit ernsthaften Bedrohungen zu kämpfen. Laut der Bietigheimer Zeitung steht diese Tierart auf der Vorwarnliste der Roten Liste und wird international von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als „potenziell gefährdet“ eingestuft. Das zunehmende Aufeinandertreffen mit Mährobotern stellt eine besondere Gefahr dar, insbesondere in der Nacht, wenn die Tiere aktiv nach Nahrung suchen.
Die Hersteller von Mährobotern, darunter der bekannte Anbieter Stihl, haben dieses Problem erkannt und Maßnahmen zur Risikominderung ergriffen. Neuere Modelle erlauben keine Programmierung der Nachtaktivierung, um dämmerungs- und nachtaktiven Wildtieren wie dem Igel Schutz zu bieten. Für Nutzer, die dennoch eine Nachtaktivierung in der Mähroboter-App einrichten, gibt es Warnhinweise, welche die Risiken hervorheben. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) empfiehlt, die Notwendigkeit eines Mähroboters zu hinterfragen, da ein Verzicht auf solche Geräte auch anderen Tieren, wie Insekten und Amphibien, zugutekommen könnte.
Die Rolle der Igel im Garten
Igel sind nicht nur ein häufiger Anblick in unseren Gärten, sie spielen auch eine wesentliche Rolle im Ökosystem. Sie ernähren sich von einer Vielzahl an Insekten, darunter Käfer, Larven und Schnecken. Diese Tiere sind standorttreu und können in freier Wildbahn bis zu sieben Jahre alt werden, obwohl ihre Lebenserwartung durch verschiedene Gefahren, einschließlich menschlicher Aktivitäten, erheblich reduziert wird, wie auf der Webseite von Andermatt Biogarten dargelegt wird.
Um Igel in Gärten zu unterstützen, sollten geschützte Bereiche mit Hecken und Wiesen geschaffen werden. Laub- und Zweighaufen bieten nicht nur Nistplätze, sondern auch Schutz und Unterschlupf für die Tiere. Ein aufgeräumter Garten mit großen Rasenflächen bietet hingegen wenig ökologischen Nutzen. Die Universität Hamburg weist darauf hin, dass besonders im Herbst und Winter geschützte Orte für die Überwinterung von Insekten entscheidend sind, die wiederum die Hauptnahrung der Igel darstellen.
Darüber hinaus ist es wichtig, beim Gartenbau auf chemische Pestizide zu verzichten, um Nützlinge zu fördern und die natürlichen Lebensräume der Igel zu schützen. Fütterung von Igeln sollte in der Regel vermieden werden, außer in speziellen Notsituationen, da eine übermäßige Fütterung negative Auswirkungen auf das natürliche Verhalten der Tiere haben kann.
Hilfe für verletzte Igel
In der wärmeren Jahreszeit kann es passieren, dass Igel tagsüber unterwegs sind, was ein Anzeichen für Krankheit oder Unterernährung sein kann. In solchen Fällen ist es ratsam, fachkundige Hilfe zu suchen. Tierarztpraxen und Tierschutzvereine können wertvolle Informationen zu Igelstationen bieten, wo verletzte Tiere professionell behandelt werden können.
Die vielfältigen Gefahren, denen der Igel ausgesetzt ist, erfordern unser Engagement. Durch gezielte Maßnahmen zur Förderung ihrer Lebensräume und den verantwortungsvollen Umgang mit gefährlichen Geräten können wir dazu beitragen, diese faszinierenden Tiere zu schützen und ihre Bestände zu erhalten.