Das Großprojekt „Stadtbahn LUCIE“ in Ludwigsburg steht vor einer drastischen Reduzierung, die nicht nur für die Stadtverwaltung, sondern auch für die Bürger von Bedeutung ist. Oberbürgermeister Matthias Knecht verteidigte im Gemeinderat den neuen Kurs der Stadtverwaltung, die aufgrund einer angespannten Haushaltslage zur Priorisierung gezwungen ist. Ursprünglich geplante Strecken seien nicht realisierbar, weswegen die Stadt nur ausgewählte Verbindungen weiterverfolgen will. Dies berichtet Ludwigsburg24.

Die Stadtverwaltung schlägt vor, sich auf die Reaktivierung der alten Bahnstrecke von Markgröningen über Möglingen bis zum Ludwigsburger Bahnhof zu konzentrieren. Diese Maßnahme wird von vielen Bürgern als positiv wahrgenommen, und es besteht die Hoffnung, den öffentlichen Nahverkehr durch eine Expressbusverbindung nach Pattonville zu verbessern. Ein weiteres geplantes Projekt ist ein autonomer Shuttle, der im Rahmen eines Pilotprojekts zwischen dem Bahnhof und dem Blühenden Barock verkehren soll.

Änderungen im Projektablauf

Um die suboptimalen finanziellen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, schlägt die Stadt weiterhin vor, Mitglied im Zweckverband Stadtbahn zu bleiben, jedoch ohne alle ursprünglichen Streckenäste weiterzuverfolgen. Insbesondere die Trassen über die Friedrichstraße, Leonberger Straße, Oßweil und Schlößlesfeld seien als verkehrlich nicht umsetzbar oder als unzumutbare Belastungen eingestuft worden. Lucie-Stadtbahn informiert, dass das Projekt LUCIE grundsätzlich darauf abzielt, mehr Menschen vom Auto auf die Bahn und den Bus umsteigen zu lassen, was für die Umwelt und die Verkehrsbelastung wichtig ist.

Die empfohlene Strategie der Stadtverwaltung sieht eine klare Fokussierung vor: Ja zur Reaktivierung der Schienenverbindung Markgröningen – Möglingen – Ludwigsburg, ja zum Ausbau der SSB-Strecke Aldingen – Pattonville, aber nein zur Weiterführung über die problematischen Strecken. Diese Entscheidung soll am 19. November getroffen werden. Bereits letzte Woche sind etwa 3,9 Millionen Euro in das Projekt geflossen, während bis 2030 weitere 19 Millionen Euro im Haushalt eingeplant sind.

Öffentliche Diskussion und Bürgerbeteiligung

Ein weiterer zentraler Aspekt des Projekts ist die Bürgerbeteiligung. Am 5. November findet eine öffentliche Veranstaltung im Kulturzentrum statt, bei der sowohl Befürworter als auch Kritiker der Änderungen zu Wort kommen können. Die Stadt hofft, durch diesen Dialog das Vertrauen in das Projekt zu stärken und eine akkurate Wirtschaftlichkeitsrechnung zu präsentieren, die den nächsten Meilenstein des Vorhabens darstellen soll.

Die Stadtbahn LUCIE soll in der Zukunft eine bedeutende Rolle im Nahverkehrsnetz des Landkreises spielen und ist in den ersten Hochrechnungen bereits mit über 10.000 Fahrgästen pro Tag konzipiert. Der Zweckverband Stadtbahn ist verantwortlich für die Planung, den Bau und den Betrieb, wobei finanzielle Unterstützung von Bund und Land zu erwarten ist.