Die Metzgerei Ziegler in Oberstenfeld, Baden-Württemberg, schließt nach 157 Jahren ihres Bestehens. Dieser Schritt, der am 4. Februar 2026 offiziell bekannt gegeben wurde, markiert das Ende eines traditionsreichen Familienunternehmens. Die Metzgerei wurde seit 1869 von der Familie Ziegler geführt und zuletzt von Metzgermeister Michael Ziegler (40) in sechster Generation geleitet. Laut Bild.de erfolgt die Schließung aufgrund strenger Auflagen der Gewerbeaufsicht in Bezug auf Hygiene- und Sicherheitsvorschriften.

Michael Ziegler äußert, dass die erforderlichen Baumaßnahmen, die für die Einhaltung dieser Vorschriften nötig wären, für einen kleinen Betrieb finanziell nicht tragbar sind. Das Ludwigsburger Veterinäramt bedauert die Schließung, betont jedoch, dass die Kontrollen auf fachlicher Grundlage zur Sicherstellung des Verbraucherschutzes durchgeführt wurden. In der Vergangenheit wurden bereits mehrere Mängel festgestellt, darunter ein poröser Boden in der Wurstküche und eine verfärbte Decke.

EU-Vorgaben und deren Konsequenzen

Die Schließung der Metzgerei Ziegler ist nicht nur ein lokales Problem, sondern steht exemplarisch für die Herausforderungen, mit denen viele kleine Schlachtbetriebe in Deutschland konfrontiert sind. EU-Vorgaben zur Fleischhygiene wurden seit 1993 kontinuierlich verschärft und haben somit zu einem massiven Rückgang solcher Betriebe geführt. Insbesondere die Verordnung (EG) Nr. 853/2004 legt spezifische Hygienevorschriften für Lebensmittel tierischen Ursprungs in der EU fest, die die allgemeinen Hygienevorschriften aus der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 ergänzen, wie auf Eur-Lex zu lesen ist.

Die Vorschriften beinhalten unter anderem die Verwendung von Trink- oder „sauberem Wasser“ zur Entfernung von Oberflächenverunreinigungen. Zudem müssen Produkte in registrierten oder zugelassenen Betrieben verarbeitet und mit einem Genusstauglichkeitskennzeichen versehen werden. Diese strengen Anforderungen können für kleinere Betriebe oft eine unüberwindbare Hürde darstellen.

Ein schmerzlicher Abschied

Eveline Ziegler (61), die 40 Jahre in der Metzgerei gearbeitet hat, äußert ihre Trauer über das Ende des Familienbetriebs. Nach der Schließung plant Michael Ziegler, eine Anstellung als Lkw-Fahrer bei einem Getränkehändler anzunehmen, was den Verlust der Tradition verstärkt. Die Schließung der Metzgerei Ziegler symbolisiert nicht nur den Verlust des Betriebs selbst, sondern auch den Stil eines Familienlebens, das tief in der Metzgertradition verwurzelt ist.

Die Entwicklungen um die Metzgerei Ziegler verdeutlichen die Herausforderungen, denen sich auch andere Betriebe gegenüberssehen. Informationen und rechtliche Rahmenbedingungen zur Lebensmittelsicherheit und Hygiene finden interessierte Leser auf Bundesumweltministerium.