Der Integrationsprozess von Migranten im Pflegebereich zeigt sowohl Herausforderungen als auch Fortschritte. Besonders Laith Abo Hamda aus Syrien und Esat Nuredini aus dem Kosovo stechen hervor. Mit einem nachgewiesenen Deutsch-B2-Niveau sind beide neu in Deutschland, wobei Nuredini erst seit wenigen Wochen hier ist. Trotz ihrer fortgeschrittenen Sprachkenntnisse haben sie Schwierigkeiten mit regionalen Ausdrücken. So äußerte Jörg Pollinger in einem Szenenspiel den Wunsch nach einem Frühstück, das er als „oi Oi, abb so richtich schlonzig“ beschrieb. Während der Wunsch nach einem Hühnerprodukt von beiden verstanden wurde, blieben die Wörter „schlonzig“ und „neidonka“ unklar und erforderten eine spielerische Nachbesprechung.
Ein weiteres Beispiel für die sprachlichen Herausforderungen ist der Begriff „Debbich“, der als Zudecke verstanden wird. Die Migranten zeigen sich jedoch offen für das Lernen und adaptierten schnell regionaltypische Aspekte, wie beispielsweise das Wissen, dass in Südwestdeutschland der Fuß bis in die Leistengegend reicht und man bei Fußschmerzen nach dem Rechten schauen sollte, um eine adäquate Pflege sicherzustellen.
Sprachkurse für Pflegekräfte
Der Bedarf an sprachlicher Unterstützung im Pflegebereich ist hoch. Ein gezielter Ansatz hierfür sind Sprachkurse, wie sie in verschiedenen Bildungsinstitutionen angeboten werden. Ein Beispiel hierfür ist der Kurs „Deutsch als Zweitsprache in der Pflege“, der sich an Pflegepersonal in Krankenhäusern, Pflege- und Altenheimen sowie im privaten Bereich richtet. Der Kurs umfasst ein Basis- und Aufbaumodul mit insgesamt 130 Unterrichtseinheiten und zielt darauf ab, grundlegende sprachliche Kompetenzen zu entwickeln. Die Kursteilnehmer lernen, sicher in Gesprächssituationen zu interagieren und sich auf Anweisungen sowie Bedürfnisse von Patienten einzustellen. Dabei werden auch regionale sprachliche Besonderheiten behandelt, was für die Integration unerlässlich ist. Teilnehmer müssen ein gutes B1-Niveau mitbringen und absolvieren einen Abschlusstest, um ein Teilnahmezertifikat zu erhalten.
Ein umfassendes Lehrwerk, das sich mit den besonderen Anforderungen der Pflege auseinandersetzt, zielt darauf ab, DaZ-Lernenden das notwendige Wissen zu vermitteln. Anhand von 14 Kapiteln werden Grundpflegehandlungen und wichtige Themen wie Qualitätssicherung und Arzneimittellehre behandelt. Die Inhalte sind speziell für Personen aufbereitet, die eine Tätigkeit in einer Pflegeeinrichtung anstreben und sollen auf fachliche Abschlusstests vorbereiten.
Durch den Einsatz von authentischem Fachwortschatz und situativen Texten wird den Lernenden eine praxisnahe Ausbildung geboten, die sich flexibel gestalten lässt. Die Bedeutung solcher Kurse wird durch Dringlichkeit unterstrichen, da Migration und Integration in der Pflegebranche zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Zusammenfassend zeigt sich, dass die Verbindung von Sprachvermittlung und fachlicher Ausbildung im Gesundheitsbereich nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch eine Chance für eine erfolgreiche Integration von Migranten darstellt. Die Herausforderungen der sprachlichen und kulturellen Barrieren können mit einem gut strukturierten Ausbildungsprogramm wirksam angegangen werden.
Die genannten Aspekte sind eng miteinander verknüpft und erfordern daher ein abgestimmtes Vorgehen, um die Integration im Pflegebereich nachhaltig zu fördern.
Für detaillierte Informationen zu den Kursen und Materialien können Interessierte Deutsch am Arbeitsplatz und Go Medi Digital besuchen.
Wie die Bietigheimer Zeitung berichtet, wird der gewonnene Wortschatzerwerb durch Spaß und Kooperationsmethoden gefördert, wodurch Missverständnisse gespielt und geklärt werden können.