Das Lehrschwimmbad in Markgröningen, das seit den frühen 1970er Jahren in Betrieb ist, steht vor großen Herausforderungen. Die Technik des Stadtbads ist stark veraltet und stammt größtenteils aus der Zeit des Baus. Bürgermeister Jens Hübner hat klargestellt, dass das Bad bis zur Erreichung der Unbrauchbarkeit betrieben werden soll, eine geordnete Schließung bis 2027 wurde jedoch vom Gemeinderat abgelehnt. Dies führt zu Unsicherheiten über die zukünftige Betriebsdauer, die theoretisch noch zehn Jahre betragen könnte, aber auch jederzeit enden könnte. Die jährlichen Betriebskosten liegen zwischen 230.000 und 250.000 Euro, während die Einnahmen lediglich bei etwa 15.000 Euro liegen. Zudem gibt es immer wieder Diskussionen über mögliche kurzfristige Schließungen, um Energiekosten zu sparen, die jedoch ebenfalls nicht zustande kamen, da der Gemeinderat dies abgelehnt hat.

Es wird klar, dass die Herausforderungen, mit denen das Bad konfrontiert ist, nicht isoliert sind. In Deutschland schließen jährlich etwa 80 Schwimmbäder dauerhaft, was die Situation für Schulen und Schwimmvereine weiter verschärft. Der DLRG warnt in einem aktuellen Bericht, dass in den kommenden drei Jahren jedes siebte Schwimmbad ohne umfassende Sanierungen geschlossen werden könnte. Die DLRG-Präsidentin Ute Vogt berichtet, dass rund 800 Bäder bedroht sind, und verweist auf eine Befragung, die einen gravierenden Investitionsrückstand in vielen Hallenbädern aufzeigt.

Die Wichtigkeit von Schwimmbädern für die Gesellschaft

Das Stadtbad in Markgröningen wird als reines Lehrschwimmbad betrieben, was für Schulen und Schwimmvereine besonders wichtig ist. Doch es gibt alarmierende Statistiken: 20 Prozent der Schulen können keinen Schwimmunterricht anbieten, was dazu führt, dass viele Kinder nicht schwimmen lernen. Laut einer Forsa-Umfrage hat sich der Anteil der Nichtschwimmer unter Sechs- bis Zehnjährigen seit 2017 verdoppelt und liegt bei 20 Prozent. Der DLRG fordert daher, dass jede Schulklasse innerhalb von 15 Minuten ein Schwimmbad erreichen sollte, um sicherzustellen, dass jeder Schüler das Schwimmen lernt, idealerweise in der Grundschule.

Die Bundesweite Bäderbedarfsplanung ist ein zentrales Anliegen, und die DLRG verlangt eine enge Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen zur Verbesserung der Infrastruktur. Der Investitionsrückstand der Schwimmbäder wird auf etwa zwölf Milliarden Euro geschätzt. Dies könnte fatale Folgen für die Schwimmausbildung und die Sicherheit verringern, da immer mehr Bäder marode sind und nicht mehr nutzbar sind. Ein gemeinsamer Schwimmbadplan könnte helfen, die Bedingungen zu verbessern und sicherzustellen, dass Schwimmen für alle zugänglich bleibt.

Finanzielle Unterstützung erforderlich

Im Kontext der benötigten Sanierungsmaßnahmen fordert die DLRG eine finanzielle Unterstützung des Bundes, um die Energieeffizienz von Schwimmbädern zu erhöhen und die Abhängigkeit von Gas zu verringern. Aktuell verzeichnet die Bäderallianz Deutschland eine steigende Zahl sicherer Schwimmer und damit auch einen besorgniserregenden Anstieg der Badetoten. Der Mangel an Fachpersonal bei Bademeistern führt zudem dazu, dass Schwimmbäder an bestimmten Tagen schließen müssen.

Die Bäderallianz hat daher die Notwendigkeit von jährlichen Zuschüssen vom Bund für Neubau, Sanierung und Digitalisierung der Schwimmbäder angemahnt. Die aktuelle Situation verlangt eine differenzierte Planung und ein besonderes Augenmerk auf die vorhandene Infrastruktur, damit die Bedeutung von Schwimmbädern in der Gesellschaft nicht verloren geht. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation konkret entwickelt und ob weitere Maßnahmen ergriffen werden.

Für mehr Informationen zu den Herausforderungen der Schwimmbäder in Deutschland klicken Sie auf die Berichte von Stuttgarter Nachrichten, Zeit und ZDF.