In Löchgau gibt es Neuigkeiten für alle Freibadliebhaber: Die Eintrittspreise werden angepasst, nachdem der Eingangsbereich umgebaut, der Kiosk modernisiert und ein neuer Biergarten geschaffen wurde. Diese Maßnahmen sind nicht nur kosmetischer Natur, sondern auch notwendig, um den Betrieb des Freibads zu sichern. Die letzte Anpassung der Eintrittspreise fand vor drei Jahren statt, und nun sucht die Verwaltung nach Wegen, um die Kosten zu senken und die Eintrittspreise moderat zu halten. Dies ist besonders wichtig, da die Besucherzahlen bei niedrigen Temperaturen, die in den letzten Jahren häufig vorkamen, stark zurückgingen. Künftig wird das Freibad nur noch bei 20 Grad Wasser- und Lufttemperatur öffnen, anstatt bei den bisherigen 17 Grad.

Wie Bürgermeister Feil betont, sei eine Schließung des Freibads „kein Thema“ und der Erhalt sei gesichert. Der Gemeinderat zeigt Verständnis für die Änderungen und hat mehrheitlich zugestimmt. Im Haushaltsplan für 2026 werden Eintrittsgelder von rund 50.000 Euro eingeplant, jedoch steht das Freibad vor einem Abmangel von knapp 240.000 Euro. Die angestrebte Kostendeckung liegt bei rund 20 Prozent. Diese Situation ist nicht nur in Löchgau zu beobachten, sondern betrifft viele Freibäder in Deutschland, die ebenfalls aufgrund gestiegener Personal- und Energiekosten die Eintrittspreise erhöhen müssen. Beispielsweise haben die Münchner Stadtwerke den Eintritt für Erwachsene auf 6 Euro angehoben, während in Berlin ein Tagesticket künftig 7 Euro kosten wird. Auch in Koblenz wurde der Eintrittspreis von 4 Euro auf 5 Euro erhöht.

Herausforderungen für Freibäder

Die Anpassung der Preise ist eine Reaktion auf die gestiegenen Kosten, die viele öffentliche Bäder belasten. Diese sind oft auf Zuschüsse der Kommunen angewiesen, da die Eintrittsgelder nicht ausreichen, um die Betriebskosten zu decken. Ein weiteres Beispiel ist Berlin, wo man plant, durch den Verzicht auf die Beheizung der Bäder 300.000 Euro zu sparen, was jedoch auf Proteste aus der Bevölkerung gestoßen ist. Einige Berliner Freibäder werden in der Sommersaison weiterhin beheizt, um den Wünschen der Schwimmer gerecht zu werden.

Der Betrieb eines Freibads ist zudem energieintensiv, und Einsparmöglichkeiten sind oft begrenzt. Im Kontext dieser Entwicklungen ist es nicht überraschend, dass sich die Eintrittspreise für Schwimmbäder im Mai 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 % verteuerten. Auch die allgemeinen Verbraucherpreise stiegen im gleichen Zeitraum um 2,1 %. Die Situation wird durch die Tatsache verschärft, dass der Durchschnittsweg zum nächsten Natur- oder Freibad in Deutschland zehn Minuten mit dem Auto beträgt und in ländlichen Regionen sogar über 20 Minuten betragen kann.

Fachkräfte für die Zukunft

Ein Lichtblick in der Branche ist, dass im Jahr 2023 rund 600 Menschen eine Ausbildung zu Fachangestellten für Bäderbetriebe begonnen haben, was einem Anstieg von 3,0 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Interessant ist, dass 67,6 % der neuen Auszubildenden Männer sind. In den letzten zehn Jahren steigt die Zahl der Ausbildungsbeginner in diesem Bereich um 27,5 %. Diese Entwicklung könnte dazu beitragen, die Herausforderungen im Betrieb von Freibädern, die zunehmend unter Druck geraten, zu bewältigen.

Insgesamt zeigt die Lage der Freibäder in Deutschland, dass viele Einrichtungen mit Herausforderungen konfrontiert sind, die durch steigende Kosten und sinkende Besucherzahlen bedingt sind. Doch mit gezielten Maßnahmen, wie in Löchgau, und einer verstärkten Ausbildung von Fachkräften könnte die Zukunft der Freibäder gesichert werden. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Bietigheimer Zeitung, der Welt und Destatis.