In Kornwestheim entsteht ein Konflikt um den Bau eines neuen Stellwerksgebäudes, das im Rahmen des Stuttgart-21-Projekts geplant ist. Laut SWR soll dieses Bauvorhaben 2024 beginnen und ist von erheblicher Tragweite sowohl architektonisch als auch städtebaulich.

Bürgermeister Daniel Güthler von den Grünen äußerte seine Unterstützung für die Bahn, zeigt jedoch deutliche Enttäuschung über die gegenwärtigen Entwicklungsmöglichkeiten. Er kritisiert das geplante Gebäude als architektonisch nicht ansprechend und überdimensioniert. Mit einer Länge von 54 Metern, einer Breite von 17 Metern und einer Höhe von 23 Metern überschreitet es die Maßstäbe einer angemessenen städtischen Entwicklung.

Stadt vs. Bahn: Uneinigkeit über die Baupläne

Das Stellwerk wird auf einer Freifläche zwischen dem Busbahnhof und der Beethovenstraße errichtet, wobei die Grundfläche des neuen Gebäudes 914 Quadratmeter beträgt, wie die Stuttgarter Nachrichten berichten. Obwohl das Gebäude Platz für 16 Arbeitsplätze bieten soll, sind auch 32 Parkplätze für das Bahnpersonal geplant. Dies hat bei Güthler Bedenken ausgelöst, da nur eine begrenzte Anzahl an Mitarbeitern pro Schicht arbeitet. Zudem zweifelt er an der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel durch die Bahnbeschäftigten.

Die Bahn hingegen rechtfertigt die Anzahl der Parkplätze, indem sie erklärt, dass diese nicht ausschließlich an der Zahl der Arbeitsplätze orientiert sei. Die Stadt Kornwestheim hat Vorschläge zur Reduzierung der Parkplätze sowie zur Begrünung des Daches unterbreitet, jedoch blieben diese bislang unbeantwortet. In den letzten drei Jahren wurden zahlreiche Verhandlungen zwischen der Stadt und der Bahn geführt, jedoch hat die Bahn wenig auf die Einwände der Stadt reagiert.

Städtebauliche Bedenken und rechtliche Schritte

Die Stadt hat klar geäußert, dass sie sich in einer machtlosen Position sieht, da das Grundstück als Eisenbahnfläche gewidmet ist und die Genehmigung des Baus vom Eisenbahnbundesamt erteilt werden muss, nicht von der Stadt selbst. Der Erste Bürgermeister Güthler bezeichnete die Situation als „städtebauliche Katastrophe“ und kündigte an, dass die Stadt rechtliche Schritte prüfen werde, falls keine Einigung mit der Bahn erzielt wird. Die Stadtverwaltung sieht sich gezwungen, den Konflikt öffentlich zu machen, um auf die Problematik aufmerksam zu machen.

Insgesamt steht die Stadt Kornwestheim vor einer erheblichen Herausforderung, die sowohl die städtebauliche Integrität als auch die Nutzerfreundlichkeit im öffentlichen Raum betrifft. Der Bau des neuen Stellwerks wirft Fragen über die zukünftige Entwicklung des Bahnhofs und der Umgebung auf, die bislang unbeantwortet bleiben.