Das Fahrradverleihsystem RegioRad, das seit 2018 von der DB Connect GmbH betrieben wird, steht vor einer grundlegenden Überprüfung. Für viele Kommunen in der Region Stuttgart stellt das System eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Die Verträge, die aktuell zwischen 30 Kommunen und DB Connect bestehen, laufen am 30. November 2026 aus. Ralf Maier-Geißer, Gesamtkoordinator des Projekts und Vertreter der Stadt Stuttgart, erläutert die Herausforderungen, mit denen die Gemeinden konfrontiert sind.

Der derzeitige Preis für die Nutzung des RegioRad-Systems kann bis zu 165 Euro pro ausgeliehenem Rad betragen, was einige Kommunen dazu veranlasst hat, ein Nachfolgekonzept ins Auge zu fassen. Dieses soll ein eigenwirtschaftliches Vermietangebot durch private Anbieter vorsehen, sodass die Kommunen keine Zahlungen mehr leisten müssten und die Verantwortung an einen Verleiher übergeben würden. Ein Fokus des neuen Konzepts liegt darauf, die öffentliche Nutzung von klassischen Fahrrädern einzuschränken und stattdessen ausschließlich Pedelecs anzubieten.

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Herausforderungen für die Kommunen

Besonders kleine Städte wie Ditzingen, die jährlich 70.000 Euro für das RegioRad-System aufwenden, haben bemerkenswerte Schwierigkeiten erlebt. Im ersten Halbjahr 2024 wurden lediglich 212 Räder ausgeliehen, was einen hohen Kostenaufwand pro Ausleihe von 165 Euro bedeutet. In Korntal-Münchingen kommt es zudem zu einer Subventionierung von 25 Euro pro Ausleihe aus öffentlichen Geldern. Dies wirft Fragen zur Wirtschaftlichkeit und zur Qualität des Angebots auf, da viele Kommunen von schlecht gewarteten oder defekten Rädern berichten.

Derzeit haben bereits einige Kommunen, wie Renningen, das Projekt vorzeitig verlassen. Stuttgart trägt die Hauptlast bei den Kosten mit insgesamt 850.000 Euro pro Jahr, was die Notwendigkeit eines Umdenkens unterstreicht.

Künftige Visionen für RegioRad

Um die Situation zu verbessern, wurde ein Interessenbekundungsverfahren eingeleitet, das potenziellen Anbietern die Möglichkeit gibt, für einen neuen Service zu werben. Die Frist hierfür läuft Ende Juni ab. Ein Pilotprojekt könnte dann entstehen, falls ein Verleiher einen flächendeckenden Pedelec-Service ohne öffentliche Subventionen anbieten kann.

In der aktuellen Diskussion um RegioRad sollte auch nicht vergessen werden, dass das System über 35 Cargo-Pedelecs (elektrisch unterstützte Lastenräder) in Stuttgart und sieben weiteren Städten verfügt. Diese bieten eine maximale Transportkapazität von bis zu 60 kg und können sogar bis zu zwei Kinder in einer speziellen Transportbox befördern, sofern bestimmte Gewichtsgrenzen eingehalten werden. Außerdem sind die Fahrräder und deren Batteriestand vor jeder Fahrt am Display oder in der App abrufbar.

Insgesamt zeigt sich, dass die Region Stuttgart vor einer entscheidenden Phase steht. Die geplante Neuausrichtung von RegioRad könnte nicht nur die finanziellen Aspekte für die Kommunen verbessern, sondern auch die Nutzung von umweltfreundlichen Verkehrsträgern fördern. Es bleibt abzuwarten, welchen Eindruck die kommenden Monate hinterlassen werden und wie das neue Konzept von den Bürgern angenommen wird.SWR berichtet, dass … und RegioRad Stuttgart bietet