Die Besorgnis über die Ausbreitung der invasiven Ameisenart Tapinoma magnum ist in den letzten Monaten deutlich gestiegen. Die Forschung zu den Auswirkungen dieser Ameisenart befindet sich jedoch noch in den Anfängen. Beobachtungen zeigen, dass in Gebieten, in denen Tapinoma magnum-Superkolonien existieren, andere Ameisenarten aussterben. Hierbei geben die Ameisen sogar eine toxische Substanz ab, die für andere Arten schädlich ist, wie Bietigheimer Zeitung berichtet.

Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Naturkundemuseen in Stuttgart und Karlsruhe wurde Anfang des Jahres gestartet. Ziel dieses Projekts ist es, die Ausbreitungsmechanismen der Tapinoma magnum-Ameisen zu verstehen und Strategien zur Bekämpfung dieser Invasion zu entwickeln. Auf einem Science-Blog des Stuttgarter Naturkundemuseums wurden zudem hilfreiche Tipps zur Identifizierung veröffentlicht.

Erkennung von Tapinoma magnum

Tapinoma magnum sind komplett schwarz und messen zwischen 2,5 und 3,5 Millimeter. Ein charakteristisches Erkennungsmerkmal ist der flache Knoten, der zwischen Vorder- und Hinterleib sitzt und vom Hinterleib verdeckt ist. Bei einer Störung verströmen die Ameisen einen intensiven Geruch, der schwer vergleichbar ist, berichten die Experten. Stark frequentierte Ameisenstraßen und die Anhäufung von Erdreich um die Nesteingänge sind zusätzliche auffällige Merkmale dieser Spezies.

Wichtig für die Bestimmung der Ameisenart ist, dass in Deutschland etwa 120 Ameisenarten vorkommen, von denen die meisten ungefährlich sind, wie die MDR erklärt. Bei Verdacht auf Tapinoma magnum im eigenen Garten sollten die Verdachtsfälle von Experten bestätigt werden, da die Bekämpfung dieser Art in Eigenregie nicht empfohlen wird. Stattdessen sind erfahrene Schädlingsbekämpfer zu Rate zu ziehen.

Gemeinsame Bekämpfung und Vernetzung

Zur effektiven Bekämpfung von Tapinoma magnum ist eine Vernetzung der Anwohner und eine koordiniertes Vorgehen unerlässlich. In Hessigheim strebt man aktuell ein solches Vorgehen an, bei dem Nachbarn zusammenarbeiten und die Kommune informieren. Das Ziel ist ein gemeinsames Handeln gegen die Potenziale dieser invasiven Art.

Schließlich ist es ratsam, vor der Bekämpfung eine genaue Bestimmung der Art vorzunehmen. Empfehlungen zur sicheren Identifizierung umfassen unter anderem das Anfertigen einer Zuckerlösung oder das Platzieren von Sirup auf kariertem Papier, um die Ameisen anzulocken. Bilder sollten aus verschiedenen Perspektiven gemacht werden, was die Identifizierung von Tapinoma magnum erleichtert.

Insgesamt bleibt die Situation angespannt. Die Forschung und Bewusstseinsbildung sind entscheidend, um die inkrementelle Bedrohung durch die Tapinoma magnum und ihre Superkolonien zu managen.