In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde die Feuerwehr Gerlingen zu einem Brand am Europaplatz alarmiert. Vor Ort brannte das Büchertausch-Häuschen, das ehemals als Telefonzelle diente, in Vollbrand. Trotz des schnellen Eingreifens der ehrenamtlichen Einsatzkräfte konnte das Büchertauschregal nicht mehr gerettet werden. Der Einsatz dauerte rund 1,5 Stunden, und es wurden insgesamt neun Einsatzkräfte mobilisiert. Eine Brandursache konnte bislang nicht festgestellt werden, und die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Das Häuschen, ein Geschenk der Partnerstadt Seaham aus dem Jahr 1988, symbolisierte die Verbundenheit zwischen den Städten. Nach dem Abbau öffentlicher Telefonzellen wurde es in eine Bücherbox umgenutzt und auf dem Europaplatz aufgestellt.
Der Brandanschlag auf die Telefonzelle, die als öffentliche Bücherbox diente, hat nicht nur die Stadt Gerlingen erschüttert, sondern auch zu einem Aufruf zur Aufklärung des Vorfalls geführt. Bürgermeister Dirk Osteringer hat eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise zur Identifizierung der unbekannten Täter ausgesetzt. Er betont eine Nulltoleranz gegenüber Vandalismus und erklärt, dass die Telefonzelle wieder instand gesetzt werden soll, wobei die Brandmerkmale sichtbar bleiben werden. Bei dem Vorfall wurden alle Bücher zerstört, was den Verlust eines kulturellen Erbes für die Stadt bedeutet.
Videoüberwachung als mögliche Lösung
Um der Wiederholung solcher sicherheitsrelevanten Vorfälle entgegenzuwirken, hat die CDU-Gemeinderatsfraktion die Einrichtung von Videoüberwachung am Europaplatz beantragt. Die Begründung für diesen Schritt liegt in den wiederholt aufgetretenen Vandalismusfällen in der Vergangenheit. Ziel der Videoüberwachung ist es, Vandalismus einzudämmen und das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Vorschlag auf breite Zustimmung in der Stadtverordnetenversammlung stößt.
Die aktuellen Ereignisse werfen auch ein Licht auf die allgemeine Problematik von Vandalismus und Bränden in deutschen Städten. Laut der vfdb-Brandschadenstatistik sind Küchen mit 27 % der Brandentstehungen die häufigsten Brandorte in Wohngebäuden. Brände zwischen 23 Uhr und 4 Uhr verursachen ein größeres Schadensausmaß, auch wenn sie seltener auftreten. In Anbetracht der aktuellen Situation in Gerlingen wird die Bedeutung von präventiven Maßnahmen und der Aufklärung über Brandrisiken deutlich.
Die Stadtverwaltung und die Feuerwehr arbeiten nun daran, das Vertrauen der Bürger zu stärken und das Sicherheitsgefühl zu fördern. Die Aufklärung des Brandanschlags und die Wiederherstellung der Telefonzelle als Bücherbox sind erste Schritte in diese Richtung. Die Verbundenheit zwischen den Städten und die kulturellen Initiativen, die durch solche Einrichtungen gefördert werden, sind von großer Bedeutung für das Gemeinschaftsgefühl.