Die Nachricht über massive Stellenstreichungen bei Bosch hat am 25. September 2025 bundesweit für Bestürzung gesorgt. Der Automobilzulieferer plant, bis zum Jahr 2030 insgesamt 13.000 Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen, vor allem an den Mobility-Standorten. An einem besonders stark betroffenen Standort in Stuttgart-Feuerbach sollen 3.500 Arbeitsplätze wegfallen, was mehr als der Hälfte der Belegschaft entspricht. Weitere bedeutende Standorte wie Schwieberdingen und Homburg sind ebenfalls betroffen, mit 1.750 und 1.250 betroffenen Stellen, während in Waiblingen die Produktion von Verbindungstechnik bis Ende 2028 eingestellt wird, was 560 Arbeitsplätze betrifft. Das Personal steht der Situation mit Schock und Traurigkeit gegenüber, wie der Betriebsratschef Frank Sell verdeutlicht. Merkur berichtet.
Die Automobilbranche sieht sich derzeit mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert, was als einer der Gründe für den Stellenabbau genannt wird. Die Krise in diesem Sektor hat bereits zu einem Abbau von 9.000 Stellen im Mobility-Bereich seit Anfang 2024 geführt, von denen etwa die Hälfte bereits realisiert wurde. Gesamt plant Bosch sogar, bis Ende 2030 etwa 22.000 Stellen abzubauen, was umfassende Auswirkungen auf die Belegschaft und das gesamte wirtschaftliche Umfeld hat. Tagesschau berichtet.
Soziale und wirtschaftliche Folgen
Die Reaktion auf die Ankündigung war in vielen Städten, besonders in Stuttgart-Feuerbach, einhergehend mit einem Gefühl der Verzweiflung. Oberbürgermeister Sebastian Wolf bezeichnete die Situation als „herben Schlag“ für den Standort. In Waiblingen wird die Belegschaft bis Ende 2028 vor eine große Herausforderung gestellt, wobei die IG Metall-Bezirksleiterin Barbara Resch kritisiert, dass der Personalabbau als einziger Kostenhebel herangezogen werde. Sie forderte alternative Lösungen und betonte, dass betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sein sollten.
Ein weiterer Aspekt, der die Debatte um den Stellenabbau anheizt, ist der angekündigte Widerstand des Betriebsrates. Die Interessenvertretung plant, gegen die Stellenstreichungen vorzugehen, während Bosch Geschäftsführer Stefan Grosch erklärt, dass das Unternehmen trotz der Einsparungen von 2,5 Milliarden Euro jährlich weiterhin zum Standort Deutschland steht. Maßnahmen zur Kostenreduktion, wie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Effizienzsteigerungen in den Lieferketten, sind Teil der Strategie, um die krisenbedingten Verluste abzufedern.
Die Rolle der IG Metall
Die IG Metall hatte in der Vergangenheit bereits Erfolge durch Proteste und Streiks erzielt, die einen geplanten Stellenabbau abmilderten. Der ausdrückliche Wunsch, betriebsbedingte Kündigungen bis 2027 auszuschließen, bleibt ein zentrales Anliegen der Gewerkschaft. In dieser kritischen Phase, in der der Automobilmechanismus auf eine neue Stufe gehoben werden muss, bleibt abzuwarten, wie sich die Situation für die Belegschaft noch entwickeln wird und welche Lösungen gefunden werden können, um die anhaltende Krise in der Branche zu überwinden.