Mitte Januar fand in Gemmrigheim eine informative Veranstaltung statt, bei der Margret und Reinhold Klass von ihren drei Jahren in Indien berichteten. Sie haben vor Ort gelebt und gearbeitet, oft unter Bedingungen, die Westler als schwer nachvollziehbar empfinden. Die Klass präsentierten eindrucksvoll Bilder und Informationen über das Leben und die Kultur Indiens, wobei sie den großen Unterschied zwischen Arm und Reich thematisierten. Viele der gezeigten Fotos dokumentierten den chaotischen Verkehr und den Transport auf dem Land, einschließlich der besonderen Fähigkeit, zahlreiche Personen und Waren auf einem Moped zu transportieren. Laut Nussbaum fanden die Zuhörer die Einblicke sehr aufschlussreich und bedankten sich mit Beifall für den Vortrag.
Ein zentraler Aspekt ihres Engagements war die Unterstützung des christlichen Kinderheims Nethanja Narsapur, das ausschließlich durch Spenden finanziert wird. Hier erhalten viele Kinder, die oft aus ärmsten Familien stammen, Schulunterricht und Ausbildung im IT-Bereich. Besonders Mädchen profitieren von dieser Möglichkeit, da sie in Indien häufig benachteiligt sind. Laut EBM International leben viele Kinder dieser Einrichtung unterhalb der Armutsgrenze und sind oft Gewalt und Missbrauch ausgesetzt. Die Kinderheime bieten eine dringend benötigte Sicherheit, indem sie den Kindern ein Zuhause geben, Schutz vor Kinderarbeit und Prostitution bieten sowie Zugang zu Bildung und christlicher Erziehung ermöglichen.
Die Realität der Armut in Indien
Die Situation der Kinder in Indien ist alarmierend. Schätzungen zufolge leben rund 234 Millionen Menschen in Armut, und etwa 5% der Bevölkerung gelten als extrem arm, da sie mit weniger als 2 US-Dollar pro Tag auskommen müssen. Dies zeigt sich auch in der Notwendigkeit für Einrichtungen wie Nethanja Narsapur, die eine sichere Umgebung für Waisen und Halbwaisen bieten, die oft unter den härtesten Bedingungen leben müssen. In vielen Fällen werden Kinder von alleinerziehenden Müttern im Stich gelassen, was ihr Überleben zusätzlich erschwert, wie SOS-Kinderdorf berichtet.
Die indische Gesellschaft ist stark durch soziale Ungleichheit geprägt, und trotz wirtschaftlichem Wachstum lebt ein erheblicher Teil der Bevölkerung in prekären Verhältnissen. Es gibt zahlreiche Kinder, die in Slums leben, wo die Lebensbedingungen katastrophal sind. Millionen von Kindern müssen zur Schule gehen, anstatt zu arbeiten. Leider sind die Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten in Indien nicht ausreichend, was die Zukunftschancen dieser Kinder stark limitiert.
Um auf die Notwendigkeit weiterer Unterstützung aufmerksam zu machen, planen Margret und Reinhold Klass, im kommenden Februar Spenden während einer Indienreise zu übergeben. Im Rahmen der Veranstaltung erhielten sie als Dankeschön eine Kiste mit lokalen Produkten und einen Frühlingsgruß. Die nächste Veranstaltung in Gemmrigheim, ein Faschingsfest, findet am 17. Februar statt.