Am 11. September 2025 wurde an der Theodor-Heuglin-Schule (THS) in Ditzingen Hirschlanden eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte abgeschlossen. In Zusammenarbeit mit der Karl-Georg-Haldenwang-Schule (KGHS) in Leonberg wurde im Schuljahr 2021/2022 eine kooperative Klassenform eingeführt, die zahlreiche positive Erfahrungen für Schüler*innen mit sonderpädagogischem Bildungsanspruch und ihre Mitschüler*innen gesammelt hat. Dieser innovative Ansatz fördert die Inklusion in der Schule und hat die Lernumgebung für alle Beteiligten erheblich bereichert, wie LRABB berichtet.
Insgesamt wechselten 8 Schüler*innen mit einem sonderpädagogischen Bildungsanspruch nach vier Schuljahren an einer Grundschule in Leonberg in eine Kooperationsklasse mit Fünftklässlern der THS. Dieser Schritt markiert nicht nur den Übergang in eine neue Schulform, sondern ermöglicht auch den Schüler*innen, ihre schulische Laufbahn in der Berufsschulstufe und Berufsvorbereitenden Einrichtung der KGHS fortzusetzen. Die KGHS selbst ist ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit einem Förderschwerpunkt auf geistiger Entwicklung, und die Schüler*innen zählen formal zur KGHS, erleben sich jedoch als Teil einer gemeinsamen Klasse.
Gemeinsames Lernen im Fokus
Der Unterricht in der Kooperationsklasse basiert auf den Bildungsplänen beider Schularten, wobei ein zieldifferentes Lernen stattfindet. Das Grundprinzip dieser Klassenform ist es, so viel gemeinsamer Unterricht wie möglich zu gestalten und nur dann gesonderte Unterrichtseinheiten anzubieten, wenn es unbedingt erforderlich ist. Hierbei arbeiten Lehrkräfte beider Schulen im Team, um ein gemeinsames Lernen und Handeln zu fördern, auch wenn unterschiedliche Lernvoraussetzungen bestehen. Das tägliche Zusammensein trägt dazu bei, Vorurteile, Berührungsängste und Unsicherheiten abzubauen, was von allen Klassenleitungen als große Errungenschaft gewertet wird.
Eltern zeigen sich hochzufrieden mit der Schulzeit ihrer Kinder an der THS und würdigen das Engagement der Lehrkräfte. Schulleiter Sascha Theiss plant daher, auch im kommenden Durchgang wieder eine Kooperationsklasse einzurichten. Seinen Dank richtet er an das Team, das diese inklusive Lernumgebung geschaffen hat, während Schulleiter Timur Erdem die erfolgreiche Zusammenarbeit und das umfassende Bildungsangebot für Schüler*innen mit und ohne Behinderungen betont. Landrat Roland Bernhard bezeichnet die gemeinsame Kooperationsklasse als ein Beispiel für gelebte Inklusion und dankt allen Beteiligten für ihren unermüdlichen Einsatz, wie ebenfalls in LRABB festgehalten.
Erinnerungen an besondere Zeiten
Zum Abschluss ihrer gemeinsamen schulischen Zeit erhielten die Schüler*innen ein liebevoll gestaltetes Fotobuch mit Erinnerungen aus den vergangenen vier Jahren sowie einen selbstdesigneten Pullover. Diese Geste symbolisiert nicht nur die Verbundenheit innerhalb der Klasse, sondern auch die gemeinsamen Erfahrungen und den Zusammenhalt, der in den letzten Jahren aufgebaut wurde.
Die Initiative zur Gründung einer „Kooperationsklasse“ ist nicht nur auf Ditzingen beschränkt. In ähnlichen Projekten an anderen Schulen erleben Schüler*innen mit Behinderung und ihre Mitschüler*innen, wie wichtig Inklusion im Schulalltag ist. Solche Klassen bieten eine einmalige Möglichkeit, gemeinsam zu lernen, was der Schulrat als die einzige Möglichkeit für gemeinsamen Unterricht nach der Grundschule betrachtet. Mit individuellen Förderangeboten wird in speziellen Differenzierungsräumen auf die Bedürfnisse der Schüler*innen eingegangen. Dies geschieht situativ, wie auch von KirstenMalzwei erklärt.
Dank der innovativen Schulmodelle und der engagierten Lehrkräfte haben Schüler*innen nicht nur Kenntnisse erwerben können, sondern auch soziale Fähigkeiten, die sie ein Leben lang begleiten werden.