Der parteilose Bürgermeister von Löwenstein, Eberhard Birk, wird zum 1. März 2026 in den Ruhestand versetzt. Dies gab das Landratsamt Heilbronn am 9. Februar bekannt. Der 2024 gewählte Bürgermeister hatte bereits am 23. Oktober 2025 aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt angekündigt. Ein Antrag auf Versetzung in den Ruhestand aufgrund von „dauernder Dienstunfähigkeit“ wurde vom Gesundheitsamt des Landratsamts Ludwigsburg geprüft und genehmigt. Die Entscheidung, die Birk seit Oktober 2023 anstrebt, ist nun offiziell und stellt die Verwaltung der kleinen Gemeinde vor neue Herausforderungen.
Eberhard Birk, der zuvor als Politikwissenschaftler und Historiker sowie Dozent an der Offiziersschule der Luftwaffe arbeitete, ist der Sohn des ehemaligen Bürgermeisters Ernst Birk, der von 1966 bis 1992 im Amt war. Die Situation um seinen Rücktritt ist jedoch nicht uneingeschränkt positiv. Seine Amtsführung wurde von seinen Stellvertretern massiv kritisiert, insbesondere wegen eines fehlenden Haushaltsplans für das Jahr 2025. Dies hat die Stimmung im Gemeinderat und in der Bevölkerung belastet.
Neuwahl eines Bürgermeisters
Das Gesetz schreibt vor, dass eine Neuwahl des Bürgermeisters innerhalb von drei Monaten nach der Versetzung in den Ruhestand stattfinden muss. Der zweite stellvertretende Bürgermeister Tobias Schock betonte die oberste Priorität der Neuwahl. Dies bedeutet, dass die Stadtverwaltung schnell handeln muss, um ein Datum für die Wahl festzulegen, das noch mit den Landtagswahlen am 8. März 2024 koordiniert werden kann.
Bis zur Wahl wird der stellvertretende Bürgermeister Harald Koppenhöfer die Amtsgeschäfte übernehmen. Koppenhöfer hat bereits sein Interesse an einer Kandidatur für die Bürgermeisterwahl bekundet. Die nächste Sitzung des Gemeinderats findet am 12. Februar statt, allerdings wird das Thema Bürgermeisterwahl dort nicht behandelt, was die Vorbereitungen für die Neuwahl verzögern könnte.
Auswirkungen und Herausforderungen
Die Kritik an Eberhard Birks Amtsführung konzentrierte sich insbesondere auf seine Überforderung, was durch eine mehrwöchige Fehlzeit zu Beginn des Jahres 2025 aufgrund von Grippe und Erschöpfung verschärft wurde. Der überfällige Haushaltsplan und Probleme bei regionalen Projekten sorgten für öffentliche Unruhe und Bedenken hinsichtlich der Zukunft der Gemeinde. Experten erläutern, dass Bürgermeister nicht einfach zurücktreten können; ein formeller Antrag bei der Rechtsaufsichtsbehörde ist erforderlich, was in diesem Fall von Birks Seite rechtzeitig geschah.
Mit dem Ruhestand von Eberhard Birk erfordert die zukünftige Besetzung des Bürgermeisteramtes nicht nur eine angemessene Geschwindigkeit, sondern auch eine klare Vision für die Stadt Löwenstein, um die anstehenden Herausforderungen zu meistern und das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen.
Für weitere Informationen über den Ruhestand von kommunalen Wahlbeamten in Baden-Württemberg kann unter Haufe nachgelesen werden. Die Entwicklung in Löwenstein bleibt gespannt zu beobachten.