In Bönnigheim hat sich ein Raum für Forschung und Innovation etabliert, der der Zukunft der Landwirtschaft gewidmet ist. Das dortige Versuchsfeld ist in zwei Hauptbereiche gegliedert: einerseits ein Bereich mit stark reduziertem Pflanzenschutz und andererseits ein Bereich mit optimierter Praxisstrategie. Das Ziel dieser differenzierten Anbausysteme besteht darin, objektive Vergleiche der Vor- und Nachteile zu ziehen, wie die Bietigheimer Zeitung berichtet.
Die Behandlungen in diesen Versuchsflächen erfolgen gemäß den Vorgaben der „guten fachlichen Praxis“. Die Ergebnisse der Feldversuche sind von großer Bedeutung, da sie in die Beratung der Landwirte einfließen und somit direkt zur Optimierung landwirtschaftlicher Praktiken beitragen. Die Auswertung und Veröffentlichung der Resultate wird vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) koordiniert.
Gemeinschaftsprojekt mit vielfältigen Partnern
Das Versuchsfeld in Bönnigheim ist ein Gemeinschaftsprojekt, welches die Zusammenarbeit verschiedener Partner erfordert. Der Landwirtschaftliche Betrieb Sartorius stellt die Fläche zur Verfügung. Die technische Durchführung der Versuche erfolgt durch Eurofins Agroscience aus Markgröningen. Die Düngung sowie die Pflanzenschutzmaßnahmen werden durch den Betrieb Wolfgang Kölle aus Bönnigheim vorgenommen. Für die fachliche Begleitung sind die Landwirtschaftsämter Ludwigsburg und Heilbronn zuständig.
Die spezifischen Aufgaben des Pflanzenschutzes sind voll und ganz in das Gesamtprojekt integriert. Das LTZ entwickelt verschiedene integrierte Pflanzenschutzverfahren, die in den Bereichen Ackerbau, Obstbau, Gartenbau und Hopfenbau in Baden-Württemberg Anwendung finden. Zu den weiteren Aufgaben des LTZ zählen die Diagnostik von Schaderregern, der biologische Pflanzenschutz sowie die amtliche Prüfung von Pflanzenschutzmitteln und die Pflanzenbeschau, wie LTZ detailliert erläutert.
Ziele und Herausforderungen
Ein zentrales Ziel der Aktivitäten im Bereich Pflanzenschutz ist die Sicherung der Pflanzengesundheit und der Produktqualität. Dies geschieht nicht nur durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, sondern auch durch eine Vielzahl von Maßnahmen, die Gefahren für Mensch, Tier und Naturhaushalt abwehren sollen. Um praxisbezogene und umweltverträgliche Lösungen zu finden, kooperiert das LTZ nicht nur mit landwirtschaftlichen Betrieben, sondern auch mit Fachbereichen der Landwirtschaftsverwaltung, Fachschulen, Berufsverbänden, Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen, wie dem Julius Kühn-Institut.
Insgesamt zeigt das Versuchsfeld in Bönnigheim, wie durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Wissenschaft und Beratung schnelle Lösungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft in der Region gefunden werden können. Diese Vorgehensweise ist nicht nur innovativ, sondern auch zwingend notwendig, um den Herausforderungen des modernen Landbaus gerecht zu werden.