In Bönnigheim stehen die Zeichen auf Sanierung: Das Rathaus, ein zentraler Punkt im Ortskern, muss dringend umfassend überholt werden. Aktuell erarbeitet das Architekturbüro KMB Pläne, die dem Gemeinderat vorgestellt werden sollen. Die Mängel am Rathaus sind vielfältig – undichte Fenster, eine veraltete Heizungsanlage und weitere grundlegende Probleme machen Handlungsbedarf erforderlich. Das Rathaus liegt im Ortskernsanierungsgebiet, was Hoffnungen auf mögliche Förderungen weckt. Derzeit werden die potenziellen Kosten für die Sanierung berechnet und mögliche Förderungen eruiert. Interessanterweise steht das Bönnigheimer Rathaus nicht unter Denkmalschutz, was weitere Gestaltungsspielräume eröffnet.

Die Vorplanung für die Sanierung wird voraussichtlich noch zwei Monate in Anspruch nehmen. Danach wird das Thema im Gemeinderat zur Diskussion und Beschlussfassung behandelt. Bürgermeister Albrecht Dautel äußerte bereits Bedenken hinsichtlich der Unsicherheiten bei den Fördermitteln des Landes. In der Stadt gibt es Bestrebungen, das Rathaus energetisch zu modernisieren und barrierefrei zu gestalten. Die ersten Kostenschätzungen belaufen sich auf etwa 2,95 Millionen Euro, von denen 60 Prozent förderfähig sein sollen. Die Stadträtin Dorothea Bechtle-Rüster (SPD) hat zudem Bedenken bezüglich möglicher Kostensteigerungen geäußert.

Historische Einblicke ins Schloss Bönnigheim

Parallel zur Diskussion über das Rathaus wird auch die zukünftige Nutzung des Schlosses Bönnigheim thematisiert. Historisch gesehen hat das Schloss eine bewegte Vergangenheit. 1769 zog Hofrat Georg Michael Frank La Roche mit seiner Frau Sophie ins Schloss, wo sie ihr bekanntes Werk „Das Fräulein von Sternheim“ schrieb. In den folgenden Jahrzehnten wechselte das Schloss mehrmals den Besitzer und diente unter anderem als Sitz des Königlich-Württembergischen Oberforstamts sowie als Taubstummenanstalt. Seit 1996 bis 2020 beherbergte es die Werke der Sammlung Charlotte Zander. Heute wird das Schloss nur noch selten für Veranstaltungen genutzt. Im Waschhaus und Forstgefängnis sind jedoch das Museum Sophie La Roche und die Bönnigheimer Vinothek untergebracht.

Fördermittel und städtebauliche Entwicklung

Ein zentrales Element der Sanierung des Rathauses ist die Sicherstellung der Fördermittel. Verantwortliche in Bönnigheim hoffen auf ähnliche Fördermöglichkeiten wie die Stadt Regensburg, die 3 Millionen Euro für die Generalsanierung ihres Neuen Rathauses erhielt, unterstützt durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Für die energetische Sanierung kommunaler Infrastrukturen sind im EFRE-Programm 2021 bis 2027 insgesamt 24 Millionen Euro eingeplant. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) hat das Förderprogramm „Energetische Stadtsanierung“ (KfW 432) wieder aufgenommen, was zusätzliche Chancen für Bönnigheim eröffnet. Die Förderung zielt darauf ab, Kommunen beim klimagerechten Umbau zu unterstützen, um die Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen. Geförderte Kommunen können Zuschüsse von bis zu 75 Prozent erhalten.

Die Stadt Bönnigheim plant auch die Umgestaltung des Burgplatzes, um die Lebensqualität weiter zu verbessern. Nach der Sanierung des Rathauses soll zudem ein leerstehendes Gebäude in der Bismarckstraße 5 abgerissen werden, um die Fläche neu zu gestalten. Ziel ist es, den Diebsturm, der sich hinter dem Gebäude befindet, freizulegen. Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Strategie, die darauf abzielt, städtische Räume nachhaltig zu entwickeln und gleichzeitig die Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen.

Weitere Informationen zu den Sanierungsplänen können Sie in dem Artikel hier nachlesen. Auch für die energetische Sanierung sind die aktuellen Programme des Bundes von Bedeutung, wie im Artikel hier erläutert wird. Die Stadt Bönnigheim befindet sich somit in einem spannenden Transformationsprozess, der sowohl die historische Substanz als auch die moderne Stadtentwicklung in Einklang bringen möchte.