In Bönnigheim entsteht ein neues Pflegeheim, das nicht nur eine zentrale soziale Infrastruktur bereichern, sondern auch durch die Nutzung von Erbpacht interessante wirtschaftliche Aspekte bieten wird. Das Grundstück bleibt im Eigentum der Stadt und wird der Evangelischen Heimstiftung für die Dauer von 99 Jahren in Erbpacht überlassen. Diese Vorgehensweise ist nicht nur finanziell vorteilhaft, sondern ermöglicht es der Kommune, die Gestaltungshoheit über das Areal zu behalten und die zukünftige Nutzung aktiv zu steuern, ein Ansatz, der auch andernorts, wie in Neuweiler oder Marbach, erfolgreich verfolgt wird, um bezahlbaren Wohnraum und soziale Einrichtungen zu schaffen.

Der Gemeinderat hat den Bauantrag für das Pflegeheim einstimmig angenommen, und das Projekt, das fast ein ganzes Jahrzehnt in der Planung war, stößt auf breite Zustimmung. Gemeinderat Markus Stahl (UWG) hebt hervor, dass die Heimstiftung trotz schwieriger Rahmenbedingungen ihr Wort gehalten hat, während Bürgermeister Albrecht Dautel erfreut ist, dass das Grundkonzept des Projekts unverändert bleibt. Dennoch äußerten einige Ratsmitglieder Bedenken: Christa Häußer (FWV/CDU) bedauert die Entscheidung gegen Fassadenbegrünung aus Gründen des Brandschutzes, während Tilo Staudenrausch (ABö) seine Skepsis bezüglich der Standortwahl im Amann-Quartier zum Ausdruck bringt, da er auch die Zukunftsperspektiven des Gebiets in Frage stellt.

Parkplatzsituation und Grünelemente

Ein zentraler Aspekt der Planung betrifft die Parkplatzsituation. Für das Pflegeheim sind insgesamt zehn Parkplätze vorgesehen: zwei an der Bleichwiese und acht entlang der Bachstraße. Gemeinderat Stahl kritisierte zudem das Fehlen einer Liegendanfahrt und eines Notarztparkplatzes, was für die Erreichbarkeit und die Sicherheit der Einrichtung von großer Bedeutung sei.

Zusätzlich wurden Vorschläge zur Begrünung des Daches und zur Anpflanzung kleinerer Bäume attraktiv vertreten, um das Gebäudekonzept ökologisch zu erweitern. Allgemein wird die Idee der Fassadenbegrünung von Maike Differt angesichts der komplexen Brandschutzvorschriften und möglichen Wartungsproblemen kritisch betrachtet.

Finanzielle Perspektiven des Erbpachtmodells

Die Nutzung der Erbpacht bietet einige finanzielle Vorteile: In einem Beispiel wird der jährliche Erbpachtzins auf 4 Prozent des Grundstückswerts festgelegt, was bei einem Wert von 200.000 Euro einem jährlichen Zins von 8.000 Euro entspricht. Im Vergleich zu einem direkten Grundstückskauf, der Gesamtkosten von etwa 865.000 Euro nach sich zieht, erlaubt die Erbpacht eine reduzierte Anfangsbelastung, sodass die Gesamtkosten bei etwa 685.000 Euro liegen. Dies stellt eine nachhaltige Lösung dar, insbesondere für Gemeinden, die auch in Zukunft Einfluss auf die Entwicklung ihrer Grundstücke behalten möchten.

Das Projekt hat voraussichtlich einen Baubeginn im September 2026, abhängig von der Genehmigung durch das Landratsamt, und könnte bis Mitte/Ende 2028 bezugsfertig sein. Durch diese Initiative wird nicht nur ein pflegerischer Dienst für die älteren Bürger in der Gemeinde geschaffen, sondern auch ein zukunftssicherer Wohnraum, der den Bedürfnissen der Gesellschaft gerecht wird.