Die Stadtentwicklung in Deutschland wird zunehmend von einem ernsthaften Thema beeinflusst: der Hitze. Heute führte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) den neuen „Hitze-Check“ für 190 deutsche Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern durch. Dieser Hitze-Check, von der DUH weiterentwickelt, bewertet die sommerliche Oberflächentemperatur und die Bevölkerungsdichte und ermöglicht Vergleiche mit deutschlandweiten Mittelwerten bewohnter Flächen. Die zugrunde liegenden Zensusdaten stammen aus dem Jahr 2022 und werden mit präzisen Satellitendaten ergänzt, um eine fundierte Bewertung zu gewährleisten. Bietigheimer Zeitung berichtet, dass die Punktevergabe auf der Abweichung vom Mittelwert beruht.
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Städte, in denen Flächenversiegelung, eine fehlende Begrünung und eine hohe Bevölkerungsdichte vorherrschen, sind besonders gefährdet. Laut Deutschlandfunk sind die negativen Faktoren in diesen Bereichen unter anderem für die steigenden Temperaturen verantwortlich, die Deutschland seit der vorindustriellen Zeit um durchschnittlich 2,5 Grad Celsius erwärmt haben.
Die Auswirkungen auf die Gesellschaft
Immer mehr Menschen sind den Gefahren der Hitze ausgesetzt. Schätzungen des Robert Koch-Instituts zufolge wird für 2023 und 2024 mit jeweils rund 3.000 hitzebedingten Sterbefällen in Deutschland gerechnet. Ältere Menschen sind von dieser Entwicklung besonders betroffen. Die DUH mahnt bei steigenden Temperaturen daher unbedingt an, ausreichend Trinkwasser zu konsumieren, körperliche Anstrengungen in kühlere Tageszeiten zu verlagern und kühlende Maßnahmen wie Duschen oder Fußbäder zu nutzen.
Um den steigenden Temperaturen entgegenzuwirken, fordert die DUH eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung des Stadtklimas. Dazu zählen eine verstärkte Stadtbegrünung, die Erhaltung von Bestandsbäumen und die Schaffung von verbindlichen Mindestgrünanteilen auf Grundstücken und im öffentlichen Raum. Diese Maßnahmen sind nicht nur notwendig, um Bürger zu schützen, sondern auch, um zukünftigen Generationen eine lebenswerte Umgebung zu bieten. Städte könnten durch Konzepte wie die „Schwammstadt“ lernen, Wasser besser versickern zu lassen, was nicht nur Hitze verringert, sondern auch die Herausforderungen durch Starkregen mindert.
Grüne Lösungen zur Kühlung
Grünflächen wie Wiesen, Hecken und Bäume sind entscheidend für die Verbesserung des Stadtklimas. Bäume sind in der Lage, die Temperatur im Umkreis von bis zu 40 Metern um bis zu 10 Grad Celsius zu senken. Offene Wasserflächen tragen ebenfalls zur nötigen Kühlung bei und sollten in städtischen Gestaltungskonzepten unbedingt berücksichtigt werden. Kaltluftschneisen sind ein weiteres effektives Mittel, um kühlere Luft in die Städte zu bringen.
Letztlich appelliert die DUH an die Bundespolitik, gesetzliche Vorgaben zu erlassen und finanzielle Unterstützung für Kommunen bereitzustellen. Angesichts der drohenden Gefahren durch die Hitze ist es dringend notwendig, dass Stadtplanung und Klima-Management Hand in Hand gehen. Nur so kann sichergestellt werden, dass unsere Städte auch in Zukunft lebenswert bleiben.