Die Lage im Gaza-Konflikt bleibt angespannt, während die Bemühungen um eine neue Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas an Intensität gewinnen. Bietigheimer Zeitung berichtet von unklaren Bedingungen des neuen Vorschlags der Vermittler, der eine Freilassung von zehn von mindestens 20 lebenden Geiseln vorsieht. Im Gegenzug fordert die Hamas die Übergabe von Leichen von 18 entführten Personen sowie die Freilassung palästinensischer Gefangener aus israelischen Gefängnissen.
Die Hamas hat zudem eine Garantie für ein endgültiges Ende der Kämpfe gefordert. Vorangegangene Waffenruhe-Deals scheiterten oft an unterschiedlichen Vorstellungen, während aktuell während der Waffenruhe Detailfragen für einen dauerhaften Waffenstillstand ausgehandelt werden sollen. Israel behält sich jedoch das Recht auf militärisches Vorgehen nach 60 Tagen vor, falls die Verhandlungen scheitern. Dabei äußerten hochrangige israelische Ex-Militärs, dass ein Ende des Gaza-Kriegs notwendig sei, um das Leben der Geiseln und israelischen Soldaten zu sichern.
Chronologie des Konflikts
Im Kontext der aktuellen Verhandlungen ist die Chronologie der Ereignisse von Bedeutung. Der Angriff von Hamas und anderen militanten Palästinensern am 7. Oktober 2023 führte zu über 1.200 Todesfällen in Israel und der Entführung von etwa 250 Menschen. Israels Reaktion umfasste Luftangriffe auf den Gazastreifen sowie die Mobilisierung von Reservisten. Dies hatte verheerende Folgen; mehr als 45.000 Palästinenser starben, und über 100.000 wurden verletzt.
Die israelischen Kriegsziele konzentrierten sich auf die Zerschlagung der Hamas und die Befreiung der Geiseln. Nach einer Waffenruhe Ende November 2023, die unter internationaler Vermittlung zustande kam, wurden 105 Geiseln im Austausch gegen 240 palästinensische Häftlinge freigelassen. Premierminister Netanjahu hat immer wieder betont, dass die vollständige Rückkehr aller Entführten oberste Priorität hat.
Fortschritte und Herausforderungen
In den darauffolgenden Monaten kam es zu weiteren Rückschlägen, darunter der Vorfall Mitte Dezember 2023, bei dem drei Geiseln versehentlich durch israelische Soldaten erschossen wurden. Militärische Operationen von Israel führten zu massiven Luftangriffen im Gazastreifen. Eine entscheidende Wendung ergab sich zudem nach dem Tod des Hamas-Chefs Jihia Sinwar am 16. Oktober 2024, welcher die Verhandlungen vorantrieb.
Ein bedeutender Fortschritt wurde schließlich am 15. Januar 2025 erzielt, als eine Einigung zwischen Israel und der Hamas erreicht wurde. Diese Vereinbarung beinhaltete die erste Phase einer Waffenruhe, bei der 33 israelische Geiseln gegen palästinensische Häftlinge ausgetauscht wurden. Aktuell befinden sich 98 Geiseln im Gazastreifen, wobei die genaue Anzahl der lebenden Geiseln unklar bleibt.
Die anhaltenden Proteste der Angehörigen der Geiseln verdeutlichen den Druck auf die Verhandlungspartner. Sie fordern vehement neue Gespräche zur Freilassung der verbleibenden Geiseln und haben zehntausende Menschen mobilisiert, um ihre Anliegen zu unterstreichen. Diese Entwicklungen zeigen, wie fragil und komplex die Situation weiterhin bleibt, während die Weltöffentlichkeit auf eine nachhaltige Lösung hofft.